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Prokopic (r.) trägt mittlerweile grün-weiß © APA (Oczeret)

Bei Aufsteiger Wacker Innsbruck hat er im vergangenen Jahr eine tragende Rolle gespielt. Diese soll Boris Prokopic nun auch bei

Bei Aufsteiger Wacker Innsbruck hat er im vergangenen Jahr eine tragende Rolle gespielt. Diese soll Boris Prokopic nun auch bei Fußball-Rekordmeister Rapid übernehmen. Der 22-Jährige dürfte am Sonntag im Ligaschlager bei Meister Red Bull Salzburg erstmals nach seiner Rückkehr die Fäden im grün-weißen Mittelfeld ziehen.

Beim legendären 7:0-Sieg in Salzburg am Ostersonntag 2008 war Prokopic noch auf der Rapid-Bank gesessen, nach einem Jahr Leihe kehrte er mit neuem Selbstvertrauen nach Hütteldorf zurück. "Man fühlt sich anders. Ich habe jetzt einen ganz anderen Stellenwert in der Mannschaft", meinte der gebürtige Slowake, der mit 14 Jahren nach Österreich und mit 16 zu Rapid gekommen war. "Ich werde von den Medien und in der Kabine ganz anders behandelt."

Prokopic hatte im Winter bereits in den Testspielen aufgezeigt, ehe ihn ein Bändereinriss im Sprunggelenk den Frühjahrsauftakt in Wr. Neustadt (0:2) kostete. "Ich habe noch minimale Schmerzen, aber es schaut für Sonntag gut aus", erklärte der Offensivspieler, der bei Wacker zentrale Anspielstation gewesen war. "Ich habe mich in Innsbruck sehr weiterentwickelt - nicht nur persönlich, sondern auch sportlich", versicherte Prokopic.

Die Rückkehr komme daher nicht zu früh, auch wenn es in Hütteldorf kein unumstrittenes Stammleiberl wie in Tirol gebe. "Rapid ist ein sehr großer Verein. Wenn ich spiele, versuche ich das, was ich am besten kann", sagte Prokopic. Das sind einfache, durchdachte Pässe. "Er ist eine der hoffnungsvollsten Offensivspieler im österreichischen Fußball", lobte Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl. "Er ist als kompletter Spieler zurückgekommen."

Das war Prokopic keinesfalls, als er auf Vermittlung eines slowakischen Trainers 2002 zum SV Horn gekommen war - mit nicht viel mehr als einem "Nylonsackerl" (Hörtnagl) und einer Menge Talent im Gepäck. Des Fußballs wegen hatte er sein Geburtsland verlassen. "Für meine Eltern war es auch wichtig, dass ich zur Schule gehe", betonte Prokopic. Also hat er Deutsch gelernt und die Matura gemacht. Bei Horn war der Youngster den Rapid-Scouts aufgefallen.

Einiger Einberufungen in die slowakische U18-Auswahl zum Trotz hat sich Prokopic mittlerweile für die österreichische Staatsbürgerschaft entschieden. "Daher sind sie in der Slowakei ein bisschen angefressen auf mich", verriet der Mittelfeldspieler. Er verdanke seiner neuen Heimat allerdings sehr viel. "Daher wäre ich sicher nicht dagegen, einmal für Österreich zu spielen."

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