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Niederösterreicherin fuhr mit Wut im Bauch © APA (epa)

Zuerst war Kathrin Zettel der zwölfte Platz im WM-Riesentorlauf am Donnerstag relativ gleichgültig gewesen, doch je mehr sie

Zuerst war Kathrin Zettel der zwölfte Platz im WM-Riesentorlauf am Donnerstag relativ gleichgültig gewesen, doch je mehr sie überlegt hatte, desto zorniger war die Niederösterreichern geworden. Es war ihr Erfolgsrezept für Slalom-Silber, wie sich herausstellen sollte. "Es war der Grant, der mich heute auf das Stockerl gebracht hat."

"Ich habe mir gesagt, das kann doch nicht sein, dass immer bei Großereignissen was dazwischen kommt", sagte Zettel nach dem am Samstag errungenen Edelmetall bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen. Mit "dazwischen kommen" meinte sie die Hüftprobleme, die sie zu einem stark reduzierten Weltcup-Programm in diesem Winter zwingen.

"Silber ist für mich heute fast wie Gold. Ich habe diese Medaille so angestrebt, ich habe gezielt auf die WM hingearbeitet, habe Rennen ausgelassen. Es ist ein Traum, dass es wirklich aufgegangen ist", meinte die 24-Jährige, die im Zielraum zahlreiche Tränen vergossen hatte. "Es war sehr emotional. Es ist so viel hoch gekommen. Wie hart die Zeit war, wie zäh es gelaufen ist, wie sehr ich mich gequält habe. Ich habe mich schon gefragt, ob ich nicht aufgeben soll, oder aussetzen oder etwas anderes machen."

Ihre aktuellen körperlichen Probleme sind Auswirkungen einer Schonhaltung, die sie nach dem Sturz am 2. März 2007 in Tarvis (Schienbeinkopfbruch) eingenommen hat. Erst waren es Knieschmerzen, jetzt ist es die Hüfte, die Probleme bereitet. "Die Situation ist unverändert. Es gibt Zeiten, da läuft es besser und ich habe weniger bis keine Schmerzen. Aber wenn die Belastung höher wird, geht der Schuss nach hinten los und es wird wieder schlechter." Nach der Saison werde sie eine längere Auszeit nehmen und mit den Ärzten beraten, wie es weitergehen soll. Operation soll aber keine notwendig sein.

Zettel hat sich auch mit dem Gudiberg versöhnt. Beim Weltcupfinale 2010 wurde sie hinter Schild und vor Lokalmatadorin Maria Riesch Zweite, trotzdem verlor sie um drei Punkte die kleine Kristallkugel an die Deutsche, die nun als Vierte im WM-Slalom aber leer ausgegangen war. "So ist es im Leben. Der Hang taugt mir, das habe ich heute wieder beweisen können. Vielleicht reicht es irgendwann hier auch einmal zum Sieg", hofft Zettel.

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