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Herbst sucht noch nach dem Anschluss © APA (Archiv/Hochmuth)

Das Starensemble der österreichischen Slalom-Herren geht zwar ersatzgeschwächt ins Saison-Highlight am Sonntag, dennoch

Das Starensemble der österreichischen Slalom-Herren geht zwar ersatzgeschwächt ins Saison-Highlight am Sonntag, dennoch bestreiten "keine Nasenbohrer" (Chefcoach Bethold) das letzte Rennen der WM in Garmisch-Partenkirchen. Reinfried Herbst, Titelverteidiger Manfred Pranger und Mario Matt zählen zu den Medaillenanwärtern.

Herbst hatte sich acht Tage vor dem WM-Slalom einen grippalen Infekt eingefangen und hütete danach vier Tage das Bett. Seine Materialabstimmung für den großen Tag hatte der Salzburger aber schon davor gefunden gehabt. "Da habe ich punkto Technik und Material so intensiv gearbeitet wie nie zuvor." Mittlerweile geht es dem Salzburger wieder deutlich besser, am Freitag stand Herbst erstmals wieder auf seinen Skiern.

Der 32-jährige zweifache Vater sieht sich aufgrund der Krankheit und des bisherigen Saisonverlaufs (Rang zehn im Slalom-Weltcup) diesmal nicht als Topfavorit. "Ich befinde mich in der Rolle des Jägers. Aber ich weiß um meine Fähigkeiten, und die gilt es auszuspielen." Angesichts der Dichte im Slalom wäre Herbst jede Medaille recht, "aber ich träume natürlich schon vom ganz Großen".

Dieses ganz Große hat Pranger vor zwei Jahren in Val d'Isere geschafft. "Ich weiß, dass eine Medaille passieren muss, die kann man nicht erzwingen. Ich werde versuchen, meinen Beitrag zu leisten", meinte der Tiroler, der nach wie vor mit den Folgen einer Bandscheiben-Operation zu kämpfen hat.

Seinen Teamkollegen Matt ist sogar bereits zweifacher Weltmeister (2001, 2007) und hat sich dank seiner traditionellen Leistungssteigerung im Jänner (Vierter in Adelboden, Fünfter in Wengen, Achter in Kitzbühel) auch wieder in Position für Sonntag gebracht. "Die Form passt, ich habe Spaß am Skifahren. Es steht nichts im Wege, am Sonntag voll anzugreifen. Mit zwei super Läufen ist einiges möglich, auch das Podium", meinte Matt.

Wolfgang Hörl und Christoph Dreier komplettieren das Fünfer-Team. Dreier kommt als Ersatz für Marcel Hirscher zum Zug. "Ich möchte nicht frech werden, aber eigentlich wünsche ich mir eine Medaille. Ich fahre einen schnellen Schwung, und im Slalom kann so viel passieren", stellte der 29-jährige Salzburger klar. Erst mit der Verletzung von Benjamin Raich am Mittwoch ist auch Hörl ins Slalom-Team aufgerückt.

Die Topfavoriten sind aber andere. Angeführt wird das Feld vom Kroaten Ivica Kostelic, dazu gehören auch der Franzose Jean-Baptiste Grange, der Schwede Andre Myhrer und der deutsche Lokalmatador Felix Neureuther, der auf dem WM-Hang laut eigenen Angaben "jeden Maulwurf" kennt. Nicht zuletzt wegen Neureuther wird am Sonntag im WM-Ort noch einmal der Ausnahmezustand ausbrechen.

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