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Endlich am Ziel © APA (epa)

Die Goldmedaille im WM-Slalom von Garmisch-Partenkirchen ist für Marlies Schild "ein Wahnsinn, die Krönung, die Belohnung für

Die Goldmedaille im WM-Slalom von Garmisch-Partenkirchen ist für Marlies Schild "ein Wahnsinn, die Krönung, die Belohnung für viele Jahre". Die Salzburgerin hat nach der Beinverletzung im Oktober 2008 in schwierigen Zeiten stets den Moment vor Augen gehabt, in dem sie vielleicht Weltmeisterin wird, und sich damit wieder aufgerafft.

Großes weiteres Ziel in diesem Winter ist der Gewinn der kleinen Kristallkugel für den Slalom-Weltcup. Danach wird sie von Saison zu Saison schauen.

Den Titelgewinn am Samstag wollte Schild erst einmal genießen, erst dann wird sie sich mit den restlichen zwei technischen Rennwochenenden in Spindlermühle und Lenzerheide beschäftigen. "Im Slalom möchte ich um die Kugel ein Wörtchen mitreden. Jetzt mit der Goldenen denke ich, dass ich da ganz locker reingehen und den Fokus finden kann", sagte sie im Ski Austria Haus.

Weiterführende Gedanken hat sich die Lebensgefährtin von Benjamin Raich noch nicht gemacht. Mit dem Pitztaler hat sich Schild ein Haus in Arzl gebaut, mit zahlreichen Kinderzimmern, wie man in verschiedenen Medien lesen konnte. Die WM 2013 in Schladming sowie Olympia 2014 in Sotschi sind für sie weit weg. "Sobald ich das Gefühl habe, jetzt wird was anderes wichtiger in meinem Leben, werde ich was anderes machen", sagte sie dazu.

Nicht erst seit der Verletzung, die auch die Karriere ernsthaft gefährdete, weiß Schild, dass es Sachen gibt, die wichtiger sind als Sport. "Ich habe immer nur für den Sport gelebt, das tue ich auch jetzt noch, aber ich versteife mich nicht mehr so drauf", erzählte die 29-Jährige, die immer noch einen 32 Zentimeter langen Titan-Nagel im Bein hat. Nach der Saison wird sie mit den Ärzten besprechen, was zu tun ist. "Er macht nicht solche Probleme, dass ich sage, der muss jetzt unbedingt raus. Das würde ja wieder Vollnarkose und einen Eingriff bedeuten. Das muss nicht unbedingt sein."

Auch als Weltmeisterin wird Schild nicht aufhören, konsequent weiterzuarbeiten. "Es gibt immer was zum Zulegen. Nur wer sich weiterentwicklet, wird besser und schneller. Wenn man stehen bleibt, überholen einen die anderen irgendwann." Ob sie es als Gerechtigkeit empfinde, dass sie nach 26 Slalomsiegen im Weltcup nun auch Weltmeisterin ist, wurde Schild gefragt. "Jeder Sieg von mir ist hart erarbeitet. Ich kann nicht sagen, ich habe so viele Weltcupsiege, das (Gold/Anm.) gehört jetzt mir." Doch habe sie auch "von ein paar" gehört, dass es keine so verdient habe wie sie.

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