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Ried-Trainer Gludovatz stapelt weiter tief © APA (Archiv/Pfarrhofer)

Die SV Ried hat im Frühjahr erstmals angeschrieben. Mit einem 2:0-Derbysieg gegen Schlusslicht LASK thronen die Innviertler auch

Die SV Ried hat im Frühjahr erstmals angeschrieben. Mit einem 2:0-Derbysieg gegen Schlusslicht LASK thronen die Innviertler auch nach der 21. Runde an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Geändert hat sich lediglich der erste Verfolger. Während die im neuen Jahr noch makellose Austria gegen den SC Wiener Neustadt 4:0 gewann, musste Sturm Graz in Mattersburg mit einem 1:1 zwei Zähler liegen lassen.

Rieds Prestigeerfolg gegen die weiter glücklosen Linzer war mehr als verdient. Allein 23:4 Torschüsse und 15:1 Eckbälle verdeutlichten in Rieds Keine Sorgen Arena deutlich, warum die "Wikinger" die Nummer eins in Oberösterreich bleiben und in drei Saisonduellen mit dem LASK nicht einen Treffer kassiert haben. In der 77. Minute ließ der Neo-Linzer Aridany Tenesor sogar vom Elfmeterpunkt die Chance auf den Ausgleich für die zu diesem Zeitpunkt dezimierten Gäste ungenutzt.

"Danke Wolfgang Hesl, dass die Partie nicht noch einmal gekippt ist", meinte Rieds Trainer Paul Gludovatz zur Glanztat seines "Elfer-Killers". Hesl bekundete damit erneut seine Anwärterschaft auf die Nummer eins im Tor des Tabellenführers. Kampflos scheint der Deutsche seinem Landsmann Thomas Gebauer den Platz zwischen den Pfosten nicht überlassen zu wollen. Freuen durfte sich Ried über das Comeback von Stefan Lexa, der nach seiner schweren Knieverletzung erstmal seit Ende September (8. Runde) wieder in der Start-Elf stand.

Gänzlich zufrieden mit der Vorstellung zeigte sich Gludovatz nicht. "Aus unserer optischen Überlegenheit hätten wir früher das 2:0 machen müssen, wir haben dem psychischen Druck aber nicht ganz Stand gehalten", erkläre der Burgenländer. Dass die Verfolger der SV weiter auf den Fersen sind, war auch dem 64-Jährigen bewusst. "Verlierst du heute, kannst du morgen schon Vierter sein. Ich verlasse unseren Weg nicht, Saisonziel ist weiter Erster hinter den Top-Vier."

Düster sieht die Situation beim Lokalrivalen aus. Nach dem Punktgewinn von Mattersburg liegt der LASK bereits sechs Zähler hinter dem Vorletzten. In den kommenden Wochen warten nun zwei Heimspiele gegen die Austria und Wiener Neustadt. "Da müssen wir jetzt anschreiben", gab der auch nach dem siebenten Spiel seiner Amtszeit sieglose Trainer Georg Zellhofer die Marschrichtung für die Mission Klassenerhalt vor. Vorwürfe wollte er seiner Elf nicht machen: "Die Mannschaft hat sich nicht fallen lassen, alles probiert, wird aber momentan für alles bestraft."

Hinter Ried brachte sich die Austria in Position. Dem 1:0 zum Auftakt gegen die Innviertler ließen die Violetten ein 4:0 gegen Wiener Neustadt folgen. Sechs Punkte aus zwei Heimauftritten und damit wieder eine positive Heimbilanz (5-2-4) entsprechen ganz der Marschroute von Karl Daxbacher. "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, denn wir wissen, dass wir besser spielen können und auch sollten", sah der Austria-Trainer trotzdem noch Luft nach oben. Diese wird spätestens in der 23. Runde gefragt sein, wenn Sturm in Wien gastiert.

Sturm gab ohne seinen verletzten Torjäger Roman Kienast hingegen den anvisierten Auswärtssieg in Mattersburg aus der Hand. "Wir haben zwei Punkte verloren, aber abgerechnet wird am Schluss", war Sturm-Coach Franco Foda ein wenig verärgert. Für Sturm kündigen sich entscheidende Spiele im Titelrennen an. Auf die Steirer wartet nun kommenden Sonntag das Heimspiel gegen die drei Punkte vor den "Blackys" liegenden Rieder, ehe es gegen die Austria geht. Die Burgenländer bewiesen mit dem Punktgewinn erneut, warum sie im Abstiegskampf spätestens jetzt die deutlich besseren Karten haben.

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