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Das Ende eines misslungenen Arbeitstages © APA (dpa)

"Zweite Liga - Bremen ist dabei", hallte es nach der 0:4-Demütigung im deutschen Nordderby von den Rängen des Hamburger

"Zweite Liga - Bremen ist dabei", hallte es nach der 0:4-Demütigung im deutschen Nordderby von den Rängen des Hamburger Stadions. Am Abend machten 250 Werder-Fans ihrem Unmut Luft und blockierten den Mannschaftsbus bei der Rückkehr am Weserstadion. Werder Bremen befindet sich in der Bundesliga im freien Fall. Trainer Thomas Schaaf wird beim vierfachen deutschen Meister aber nicht infrage gestellt.

Werders Vorstandsvorsitzender Klaus Allofs schloss personelle Änderungen bei der Sportlichen Leitung der abstiegsgefährdeten Bremer aus. "Der Trainer hat von der Geschäftsführung volle Rückendeckung. Auch ich spüre die Rückendeckung. Da gibt es keine Ungereimtheiten", erklärte Allofs einen Tag nach dem Debakel. Einen freiwilligen Rücktritt von Schaaf, der am Sonntag wie gewohnt das Training leitete, schloss Allofs aus. "Diese Frage stellt sich nicht", sagte der Bremer Clubchef.

Ratlos und hilflos hatte das Gespann am Samstag 90 Minuten lang mitansehen müssen, wie selbst ein Leistungsträger wie Per Mertesacker zum Sicherheitsrisiko wurde. Der Nationalspieler war gleich an drei Gegentoren mitschuldig. Werder war für den nach dem verlorenen Stadtduell gegen St. Pauli gefrusteten HSV ein willkommener Aufbaugegner. "Das ist ein bitterer Moment. Da kann man sich als Bremer nur schämen", meinte Kapitän Torsten Frings.

Hilflos war auch Sebastian Prödl in der oft konfusen Abwehr des Tabellen-14., der nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz hat. "Anscheinend haben noch nicht alle verstanden, dass es hier gegen den Abstieg geht", fand der ÖFB-Teamverteidiger klare Worte. "Die Fans sind die Ärmsten, doch ein solches Ergebnis tut nicht nur den Anhängern weh, sondern auch uns ganz gewaltig. Der Stachel der Enttäuschung sitzt tief."

Für Prödl doppelt bitter war, dass er ein Problem mit der Wadenmuskulatur aus Hamburg mitnahm. In den kommenden Tagen wird der Steirer nur leichtes Training absolvieren. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag will Prödl wieder dabei sein.

Neben der Abwehr um Mertesacker war aber auch die früher so starke Offensive der Bremer ein Ausfall. Ohne Bindung zum Team war der bis zur 65. Minute spielende Marko Arnautovic als einzige Spitze überfordert, den schwedischen Neuzugang Denni Avdic ließ Schaaf auf der Bank. Neben Winterabgang Hugo Almeida wurde auch der angeschlagene Claudio Pizarro in Hamburg schmerzlich vermisst. Mit Blick auf die Tabelle waren die Bremer noch froh, dass Mitkonkurrenten wie Wolfsburg, Kaiserslautern und Köln ebenfalls keine Siege einfahren konnten.

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