vergrößernverkleinern
Schröcksnadel darf sich bei Görgl bedanken © APA (Gindl)

Österreichs alpines Ski-Team hat Garmisch-Partenkirchen als klare Nummer eins verlassen. "Die Erwartungen wurden übererfüllt.

Österreichs alpines Ski-Team hat Garmisch-Partenkirchen als klare Nummer eins verlassen. "Die Erwartungen wurden übererfüllt. Sechs Medaillen haben wir uns erhofft, mit acht bin ich sehr glücklich", meinte Verbands-Präsident Peter Schröcksnadel nach vier WM-Goldenen, drei Bronzenen und einer Silbernen in Bayern.

Dass die Damen deutlich erfolgreicher waren, ist für den Tiroler "völlig klar". "Die Herren hatten so viele Ausfälle. Unter diesen Umständen sind zwei Medaillen plus dreimal Blech (Rang vier, Anm.) hervorragend." Gold fehlte bei den Herren aber erstmals seit 1997 in der WM-Bilanz. Angesichts der Ausbeute der Schweizer, die als Nummer eins von Val d'Isere 2009 diesmal nur eine Silberne gewannen, sei zu sehen, "wie schnell sich die Dinge ändern können".

Schröcksnadel schätzt die Lage realistisch ein, mit dem perfekten Start durch Super-G-Gold von Elisabeth Görgl sei das ÖSV-Team in einen Lauf gekommen. "Diese Bilanz ist uns gelungen, aber auch passiert. Wenn gleich zu Beginn Gold gewonnen wird, dann ist das eine Entlastung. Dieser Druck, einer Goldenen nachlaufen zu müssen, blieb uns erspart", sagte Schröcksnadel, der über die WM-Veranstalter voll des Lobes war.

"Alle Menschen hier waren sehr freundlich, organisatorisch war es auch sehr gut. Nur der Schnee hat gefehlt. Wir werden versuchen, es in Schladming 2013 mindestens genauso gut zu machen", meinte der mächtigste Mann im heimischen Skiverband (ÖSV). Der von Schröcksnadel vermisste Schneefall hat übrigens in Garmisch-Partenkirchen nicht einmal eine Stunde nach Ende des Herren-Slaloms eingesetzt.

Im letzten WM-Rennen waren die ÖSV-Herren einmal mehr nicht vom Glück verfolgt, Mario Matt wurde Vierter. Zuvor hatten auch Romed Baumann (Abfahrt) und Benjamin Raich (Super-Kombination) den undankbarsten aller Plätze bei einem Großereignis belegt. Wie immer gab es von Herren-Cheftrainer Mathias Berthold aber kein Jammern und keine Ausreden zu hören.

"Wenn du Vierter bist, dann ist das kein Pech, es ist einfach zu wenig", stellte Berthold fest. Super-G-Silber durch Hannes Reichelt und Riesentorlauf-Bronze durch Philipp Schörghofer waren die Höhepunkte. "Das waren super Leistungen, tolle Geschichten. Sonst waren wir oft knapp dran, aber das zählt nichts bei einem Großereignis."

Dass es trotz der Ausfälle von Marcel Hirscher, Mario Scheiber, Hans Grugger, Georg Streitberger und im Laufe der WM auch von Raich sowie Reichelt zu Spitzenplätzen gereicht hat, spricht laut Berthold aber für die Breite und die Moral der Mannschaft. "Andere Mannschaften würden nicht mehr existieren." Dennoch gab es von Berthold auch für die Ersatzleute klare Worte: "Bis auf wenige Ausnahmen haben sie nicht ganz umgesetzt, was sie können. Sie haben sich nicht schlecht, aber auch nicht gut verkauft."

Deshalb geht Berthold davon aus, dass seine Truppe heiß und hungrig in die letzten Weltcup-Bewerbe der Saison gehen wird, am kommenden Wochenende geht es in Bansko weiter. Mit der Rückkehr von Reichelt rechnet der Vorarlberger in Kranjska Gora (5. März, Riesentorlauf). Dass Raich nach seiner Knieverletzung ein Comeback wagen wird, ist für Berthold so gut wie sicher. "Der Benni lässt keine Zweifel offen, dass er zurückkehren wird."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel