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Rapid als moralischer Sieger des 1:1 in Salzburg © APA (Krug)

Ein 1:1-Remis, das keiner Mannschaft wirklich weiter hilft, hat am Sonntag der Schlager derBundesliga zwischen Salzburg und

Ein 1:1-Remis, das keiner Mannschaft wirklich weiter hilft, hat am Sonntag der Schlager derBundesliga zwischen Salzburg und Rapid. Meister Salzburg verspielte auch in der zweiten Frühjahrspartie eine 1:0-Führung und ist 2011 daher noch sieglos. Rapid hat bisher nur einen Zähler geholt, erhofft sich aber durch den mit neun Mann erkämpften Punkt eine Moralinjektion für die anvisierte Aufholjagd.

Rapid hat mittlerweile neun Zähler Rückstand auf Tabellenführer Ried, die Hoffnung auf Platz eins haben die Hütteldorfer aber noch nicht aufgegeben. "Ich schreibe den Meistertitel nicht ab. Der Abstand ist leider schon sehr groß, aber jeder spielt noch gegen jeden", betonte Peter Pacult. Denn der Rapid-Trainer konnte dem Remis auch durchaus Positives abgewinnen.

Immerhin holte sein Team in Unterzahl einen Auswärtspunkt beim Titelverteidiger. Schiedsrichter Einwaller griff gleich dreimal zu Rot. Er hatte zunächst Cziommer und Drazan wegen Tätlichkeit unter die Dusche (47.) geschickt und schloss in der 69. Minute auch Heimkehrer Boris Prokopic bei seinem Rapid-Comeback mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels aus. Zwei Minuten später gelang Soma dennoch der Ausgleich.

"Ein Punkt ist nicht das Optimale, aber aufgrund der Umstände kann man zufrieden sein. Auf diese Leistung können wir aufbauen, so wie auf Hofmann. Er hat nach seiner Einwechslung eine ansprechende Leistung geboten", sagte Pacult. Der lange verletzt gewesene Kapitän Steffen Hofmann war zur Pause eingewechselt worden und kurbelte danach das Spiel seiner Mannschaft an.

Torhüter Helge Payer gab daher auch eine Kampfansage ab. "Gegen Salzburg mit neun Mann ein Unentschieden zu holen, muss uns Motivation für die nächsten Runden geben und Kräfte frei machen. Jetzt können sich gegen uns alle warm anziehen", erklärte er vor den kommenden drei Partien innerhalb von neun Tagen gegen Kapfenberg (h), Mattersburg (a) und Ried (h).

Auch Salzburg will spätestens am ersten März-Wochenende den Anschluss an die Tabellenspitze gefunden haben. Derzeit allerdings mangelt es an Effizienz. Salzburg hält bei 24 Toren in 21 Spielen, nur die Nachzügler Mattersburg und LASK haben weniger Tore erzielt. Lediglich Roman Wallner, der Salzburg am Sonntag mit seinem zehnten Saisontreffer in Führung gebracht hat (35.), trifft regelmäßig.

"Das 1:1 ist nicht das Problem, das Problem ist, dass wir unsere Chancen nicht verwerten", meinte daher auch Trainer Huub Stevens. "Wir sind auch nicht clever genug. Wir haben uns durch die zwei Roten Karte und die Verletzung von Sekagya durcheinanderbringen lassen und auch bei Standards nicht aufgepasst. Schade, weil wir die Chance hatten, das Spiel nach Hause zu bringen. Wir haben unsere Chancen nicht genützt. Dann verdient man auch nicht, zu gewinnen", sagte Stevens.

"Wir haben unnötig Punkte verschenkt. Jetzt müssen wir Gas geben", meinte Jakob Jantscher. Sein Kollege Simon Cziommer gab sich selbstbewusster: "Wir werden Meister, weil wir die beste Mannschaft in Österreich sind. Das müssen wir nur noch auf dem Platz umsetzen".

Allerdings hat Salzburg nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine Führung nicht halten können. Fünfmal inklusive Europacup gab es nach einer 1:0-Führung nur ein 1:1. "Wenn man den Deckel nicht draufmacht, kommt so etwas raus. Aus dieser Spirale kommen wir nur mit Siegen heraus", meinte Red-Bull-Fußballchef Dietmar Beiersdorfer.

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