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Bayern will Inter dieses Mal bezwingen © APA (Archiv/epa)

Neun Monate nach dem Endspiel 2010 im Madrider Bernabeu-Stadion kommt es am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League

Neun Monate nach dem Endspiel 2010 im Madrider Bernabeu-Stadion kommt es am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Titelverteidiger Inter Mailand und dem damals 0:2 unterlegenen FC Bayern München zur Neuauflage des Duells. Die zweite Partie des Abends, Olympique Marseille gegen Manchester United, steht da natürlich etwas im Schatten.

Mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen flogen die Deutschen am Dienstag in die Lombardei. "Das ist eine große Herausforderung für unsere Mannschaft, wir sind gerüstet", verkündete Sportdirektor Christian Nerlinger. Wichtig sei, ein Auswärtstor zu erzielen, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der seine Mannen weder als Favorit noch als Außenseiter sah. "Es ist ein Spiel auf Augenhöhe."

Das Wort Revanche nahm im Bayern-Lager vorerst niemand in den Mund. "Inter hat die Trophäe, wir nicht, daran können wir nichts mehr ändern. Ich hätte lieber im Vorjahr gewonnen, jetzt versuchen wir es in dieser Saison. Wir haben eine gute Chance", sagte Flügelflitzer Arjen Robben. Der Niederländer glaubt, dass es heuer einfacher sei, die europäische "Königsklasse" zu gewinnen als den nationalen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Mario Gomez sieht die Ausgangslage ähnlich. "2010 ist vorbei, das sind zwei völlig neue Spiele." Inter habe viel individuelle Klasse, trotzdem strebe Bayern "ein sehr, sehr gutes Ergebnis" an. "Weiterkommen ist auf jeden Fall drin. Die Italiener waren eigentlich auch im Endspiel schlagbar. Da haben wir uns auch selbst geschlagen", glaubt Thomas Müller. Präsident Uli Hoeneß gab sich auch als Optimist: "Wir holen in Mailand mindestens ein Remis. Inter ist nicht mehr so stark wie im vergangen Mai."

Robben, Gomez und Co feiern in San Siro ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Bayern-Kollegen Lucio. Der Brasilianer, der im Juli 2009 nach Mailand wechselte, sieht keinen Favoriten, hat aber eine einfache Aufstiegsformel parat. "Am besten wir gewinnen am Mittwoch 2:0, dann wird die Aufgabe in München einfacher", meinte der Innenverteidiger, der seine "Abschiebung" aus München als großen Schock empfunden hatte.

Im Rückspiegel muss Lucio der Wechsel mit dem Triple-Titel im Inter-Dress (Meister, Cup sowie CL) freilich als "Geschenk" vorkommen, vor seinem früheren Arbeitgeber zeigt er trotz dessen durchwachsener Saison großen Respekt: "Ribery und Robben gehören zu den Besten Europas, Gomez ist in super Form, Müller trifft ebenfalls regelmäßig." Lucios brasilianischer Landsmann und Trainer Leonardo muss auf den verletzten Diego Milito verzichten, der im Finale beide Tore erzielt hatte.

Die Nerazzurri setzen ihre Hoffnungen im Sturm daher auf Samuel Eto'o, der in der Serie A bei 15 Toren hält und schon sieben Treffer in sechs CL-Partien auf dem Konto hat. "Ich bin wieder richtig fit", posaunte der 29-jährige Kameruner. Auch für den "König der Löwen" ist Madrid 2010 tabu: "Wir denken nur an das Spiel am Mittwoch." Leonardo meinte: "Bayern ist eine großartige Mannschaft, die gerade zurückkommt. Doch auch wir sind in einer guten Verfassung!"

Versucht Inter den Flucht des Titelverteidigers abzuwenden und als erster Verein die CL-Trophäe zwei en suite zu holen, strebt Olympique Marseille erstmals seit dem CL-Gewinn 1993 wieder ins Viertelfinale. "Wir wollen das Beste aus unserer Chance machen, auch wenn diese nur gering ist. ManU ist ein Berg der ersten Kategorie. Wir müssen den richtigen Gang finden und darauf hoffen, das der Gegner eine Panne hat", sagte OM-Feldherr Didier Deschamps, dessen Widerpart Alex Ferguson seine auswärtsstarken Schützlinge warnte: "OM ist daheim eine Macht, das wird nicht einfach."

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