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"Großartiger Moment" © APA (epa)

Von Trainer Jose Mourinho ungeliebt, von der Presse in den Himmel gelobt. Ausgerechnet Karim Benzema hat das Tor ins

Von Trainer Jose Mourinho ungeliebt, von der Presse in den Himmel gelobt. Ausgerechnet Karim Benzema hat das Tor ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League für Real Madrid am Dienstag aufgestoßen. Die Madrilenen haben ihren Fluch gegen Frankreichs ehemaligen Serienmeister Olympique Lyon zwar nicht beendet, verfügen nach dem 1:1 dank des Auswärtstors aber über eine gute Ausgangsposition.

"Der König von Europa", titelte die spanische Sportzeitung "Marca" am Mittwoch. "Benzema ist der effizienteste Torschütze der Champions League." Der Franzose hält bereits bei fünf Saisontoren in der Königsklasse - dabei wird er von Mourinho nur selten eingesetzt. Im Schnitt erzielt der 23-Jährige alle 60 Minuten ein Tor, sein wichtigstes ausgerechnet gegen seinen Stammverein Lyon, den er 2009 verlassen hatte. Benzema verkniff sich daher den Jubel.

"Ich respektiere jeden hier, daher habe ich nicht gejubelt", betonte der Stürmerstar. "Für uns ist es ein gutes Resultat. Das Tor war sehr wichtig, ein großartiger Moment." Benzema hatte den Ball nach einer herrlichen Kombination über Mesut Özil und Cristiano Ronaldo quer durch den ganzen Strafraum geführt, ehe er gerade einmal 41 Sekunden nach seiner Einwechslung einschoss. "Das war das schnellste Tor, das ich jemals gemacht habe."

Benzemas Leben ist unter Mourinho dennoch kein einfaches. Selbst nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Gonzalo Higuain vertraut der Portugiese dem Franzosen nicht ausreichend, um ihn von Beginn an zu bringen. Stattdessen wurde in der Winterpause fieberhaft ein Mittelstürmer gesucht. Nachdem Wunschkandidat Ruud van Nistelrooy vom Hamburger SV keine Freigabe erhalten hatte, musste Mourinho mit Emmanuel Adebayor vorlieb nehmen. Der blieb in Lyon wirkungslos - ganz im Gegensatz zum Lokalhelden.

Benzema wurde bei seiner Einwechslung von den 38.000 im Stade Gerland gefeiert, als wäre er noch immer einer der Ihren. Im Finish durften die Fans dann auch noch einen Treffer von Olympique bejubeln, durch Bafetimbi Gomis nach einer Standardsituation. Real hat damit zwar auch das siebente CL-Duell mit den Lyonnais nicht gewonnen, hat aber dennoch gute Chancen auf den ersten Viertelfinal-Einzug seit 2004. "Es wird hart für Lyon", bestätigte Mourinho.

Noch härter, fast aussichtslos, wird das Rückspiel am 16. März nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Chelsea für den FC Kopenhagen. Stürmerstar Nicolas Anelka schoss die Dänen mit einem Doppelpack im Alleingang k.o., führt damit mit sieben Treffern gleichauf mit Samuel Eto'o von Inter Mailand die Schützenliste der Königsklasse an. Anelka hatte in einem neuen 4-4-2-System mit Neuzugang Fernando Torres das Sturmduo der Londoner gebildet.

"Torres und Anelka waren frisch, sie haben gut zusammen gespielt", meinte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti. Der große Verlierer des Abends könnte damit Didier Drogba gewesen sein. Der langjährige Starstürmer spielt nur noch die zweite Geige, könnte nach sieben Jahren bei Chelsea im Sommer nach Frankreich zurückkehren. "Es gibt kein Problem mit Drogba", betonte Ancelotti. "Die Spieler akzeptieren meine Entscheidungen." Drogbas Vertrag läuft bis 2012.

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