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Iraschko ist beinahe schmerzfrei © APA (Gindl)

Zum zweiten Mal nach der Premiere in Liberec kämpfen auch die Skisprung-Damen am Freitag (15.00 Uhr/live ORF eins) um

Zum zweiten Mal nach der Premiere in Liberec kämpfen auch die Skisprung-Damen am Freitag (15.00 Uhr/live ORF eins) um WM-Medaillen. Schauplatz ist wie am Tag darauf bei den Herren der Midtstubakken. Zum engsten Favoritenkreis zählt nach ihrem ersten Training am Donnerstag auch wieder die am rechten Knie verletzte Daniela Iraschko, die beinahe schmerzfrei ist.

Hinter dem Antreten der Steirerin nach ihrer am 12. Februar in Zakopane erlittenen Kapselverletzung im rechten Knie war zuletzt ein großes Fragezeichen gestanden. Erst im letzten Moment ist die 27-jährige Gesamtsiegerin im Kontinentalcup am Mittwoch nach Oslo angereist, am Donnerstag nach ihrem ersten Training gab sie allerdings Entwarnung. "Dem Knie geht's gut und mir geht es dementsprechend auch nicht so schlecht. Jetzt bin ich motiviert, das war technisch einwandfrei. Ganz schmerzlos war es nicht, aber wenigstens spüre ich mich", sagte Iraschko im Schanzenauslauf und war im zweiten Sprung sogar wieder Beste des Feldes.

Seit Zakopane war Regeneration fast rund um die Uhr angesagt. "Ich war seit dem Sturz ständig in Therapie, damit ich mein Knie wieder vollkommen durchstrecken kann. Von der Bewegung her ist alles schon möglich, es kommt eher auf den Kopf an, wie sehr der das ausschalten kann", sagte Iraschko. Doch die Saison-Dominatorin hat sich schon lange durchgebissen und will bei ihrer zweiten Chance endlich das erhoffte Edelmetall erobern - wenn möglich gar in Gold.

Vor zwei Jahren hatte Iraschko kein Glück gehabt und landete nur auf dem undankbaren vierten Platz. Damals hat sie sich zwar sehr geärgert, doch letztlich sei sie dadurch nur besser geworden, erzählte sie. "Sport ist nur der Kampf gegen sich selbst", konstatierte sie. Und dass sie sich gesteigert hat, davon zeugen u.a. auch zehn Siege in diesem Winter. Ihre Ziele haben sich trotz der Verletzung nicht wirklich geändert. "Wenn ich an den Start gehe, ist mein Ziel eine Medaille."

Mit ihrer Sportart geht es aufwärts, aus den nur 300 Euro Siegprämie in Kontinentalcup werden rund 3.000 im kommende Saison beginnenden Weltcup. Das in Oslo bei der WM auf dem Spiel stehende Preisgeld wollte sie gar nicht wissen - es sind umgerechnet 10.348 Euro für Gold. Das wäre der Lohn für jahrelange harte Arbeit.

Dass vielleicht sogar eine 14-Jährige, die Japanerin Sara Takanashi, die im Training mehrmals überzeugt hatte, den Titel einheimsen könnte, will Iraschko nicht zulassen. "Das werden wir schon verhindern."

Mit "wir" meint sie wohl auch ihre Teamkollegin Jacqueline Seifriedsberger, die ebenfalls ihre zweite WM-Veranstaltung absolviert. "Ich bin froh, dass ich da sein darf. Die erste WM ist nicht ganz nach meiner Vorstellung gelaufen", erinnert sie sich an ihren damals zwölften Rang. "Ich komme mit der Schanze gut zurecht. Wenn alles stimmt, ist schon einiges drinnen", hoffte die Oberösterreicherin. Titelverteidigerin ist die US-Amerikanerin Lindsay Van, eine starke Gegnerin könnte auch die Französin Coline Mattel werden.

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