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Ersatzgeschwächte Salzburger in Wr. Neustadt © APA (EXPA)

Der von Personalsorgen geplagte Meister will im Frühjahr endlich voll anschreiben. Verletzungssorgen in der Defensive, dazu noch

Der von Personalsorgen geplagte Meister will im Frühjahr endlich voll anschreiben. Verletzungssorgen in der Defensive, dazu noch ein erkrankter Torjäger: Salzburg pfeift vor dem Auswärtsantritt in Wiener Neustadt am Samstag fast aus dem letzten Loch. "Nur noch 15 Spieler" stehen dem medial angezählten Coach Huub Stevens trotz eines für Liga-Verhältnisse Luxus-Kaders zur Verfügung.

Jammern wollte der Niederländer vor dem Auftritt in Niederösterreich nicht. Auch prallt Kritik an seiner Person - heimische Gazetten sprachen von einem "Schicksalsspiel" für Stevens - ab. "Ich bin nicht so wichtig. Wichtig ist der Verein und dass wir wieder nach oben kommen", erklärte Stevens. Sein Gegenüber Peter Schöttel spekulierte gegen den Meister jedenfalls mit einer neuerlichen Überraschung wie beim 1:0-Heimsieg im Herbst. "In Wiener Neustadt haben wir gegen jeden Gegner eine Chance."

Seit dem 0:1 Anfang November ist Salzburg in acht Spielen ungeschlagen. Dennoch ist die Mission erfolgreiche Titelverteidigung nach zwei Remis zum Frühjahresauftakt gefährdet. Im Vorjahr hielt Salzburg nach 21 Runden bei 45 Punkten, nun sind es 35. Bei derzeit fünf Punkten Rückstand auf die voran liegende SV Ried scheint die Spitze noch in Reichweite, Ausrutscher dürfen sich die Mozartstädter dennoch nicht mehr erlauben. "Jedes Spiel ist wichtig. Wir wollen den Rückstand reduzieren", stellte Stevens klar. Nun seien alle Spieler gefragt. "Gemeinsam müssen wir das hinkriegen."

Neben den erkrankten Roman Wallner und Milan Dudic sowie dem gesperrten Simon Cziommer muss Salzburg auch auf das Quartett Ibrahim Sekagya, Christian Schwegler, David Mendes und Douglas verzichten. In der Innenverteidigung dürfte somit Martin Hinteregger beginnen, im Sturm soll der bisher glücklose Joaquin Boghossian Torjäger Wallner ersetzen. Youngster Daniel Offenbacher (Stevens: "Er ist bereit") könnte das Mittelfeld verstärken. Die Neustädter stufte Stevens als "gefährliche Mannschaft ein": "Sie sind schwierig einzuschätzen."

Für die Niederösterreicher ist Salzburg nach Rapid (2:0) und Austria (0:4) der dritte Meisterschaftskandidat im Frühjahr. Mit sechs Siegen in zehn Partien haben sich die Neustädter zu einer veritablen Heimmacht gemausert. "Wir müssen wie im Herbst agieren. Die Salzburger haben eine eigene Art, Fußball zu spielen. Im Herbst hatten wir sie gut im Griff", sagte Trainer Schöttel.

Der Ex-Internationale darf gegen den Meister wieder auf Kapitän Hannes Aigner zählen, Christian Haselberger zog sich in dieser Woche allerdings einen Mittelfußknochenbruch zu. Nicht dabei ist auch der gesperrte Christian Thonhofer. Die Verletzungssorgen der Bullen wollte Schöttel nicht überbewerten. "Sie haben immer noch einen qualitativ hoch stehenden Kader."

Für Aufregung beim Cup-Finalisten sorgte unter der Woche auch der Rückzug von Mäzen Frank Stronach aus dem Präsidentenamt. Der Austro-Kanadier beschenkte den SC allerdings mit den Transferrechten für die Profis. Wr. Neustadt lukriert nun Ablösesummen für begehrte Kicker wie Alexander Grünwald oder Tomas Simkovic. "Bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass viele im Sommer gehen. Jetzt ist Hoffnung da, dass einige bleiben. Dann schaut es für die Zukunft auch besser aus", meinte Schöttel.

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