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Landertinger will um die Medaillen mitreden © APA (Parigger)

Titelverteidiger Dominik Landertinger ist für die WM in Chanty-Mansijsk trotz einer bisher mühsamen Saison positiv gestimmt.

Titelverteidiger Dominik Landertinger ist für die WM in Chanty-Mansijsk trotz einer bisher mühsamen Saison positiv gestimmt. Der Tiroler weiß jedoch nach einer sechswöchigen Weltcuppause nicht genau, wo er momentan im Vergleich zur Konkurrenz steht. Aufgrund einiger vorangegangener Spitzenergebnisse und nach vier Wochen intensivem Training im Vorfeld ist der 22-Jährige aber dennoch zuversichtlich.

Ein zufriedenstellender Formtest im Staffelrennen der U26-EM in Ridnau hat ihm für die mit der Mixed-Staffel am Donnerstag beginnende WM zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. "Ich habe mich super vorbereiten können. Ich hoffe, dass ich bei der WM wieder zuschlagen kann, ich will schon mit einer Medaille zurückkommen. Man darf mich nicht abschreiben", erklärte der Massenstart-Weltmeister von 2009 im Gespräch mit der APA.

Landertinger ist wie der Großteil des ÖSV-Teams seit Saisonbeginn immer wieder von Krankheiten gebremst worden. Nach einer Grippe Mitte Jänner hat er die zwei jüngsten Weltcup-Stationen ausgelassen und sich stattdessen in der Heimat akribisch auf die WM vorbereitet. "Nach den ganzen Schwierigkeiten kann ich locker in die WM gehen, der Druck ist diesmal nicht so groß", meinte der Tiroler.

Der Hochfilzener musste nach zwei nahezu problemlosen Saisonen in diesem Winter erstmals in seiner noch jungen Karriere einige Dämpfer hinnehmen. Das sei zwar schwer gewesen, könne aber durchaus lehrreich sein, glaubt der Tiroler. "Sicher war es nicht toll, den anderen zuschauen zu müssen, aber man darf sich davon nicht runterziehen lassen. Ich bin noch jung und das sind auch Lernfaktoren, die man durchgemacht haben muss", beschrieb er die für ihn neue Situation.

Bei den wenigen absolvierten Rennen, in diesem Winter waren es lediglich 7 von 19 möglichen Weltcup-Einzelbewerben, vermochte er einige Male zu überzeugen. Ein dritter Platz in Ruhpolding und drei weitere Top-Ten-Ergebnisse unter schwierigen Vorzeichen zeugen vom hohem Leistungspotenzial des Jüngsten im sechsköpfigen ÖSV-Herrenteam.

Fraglich ist allerdings, ob er seine Formkurve richtig auf den Saisonhöhepunkt hinsteuern konnte. "Ich hoffe, dass der Formaufbau passt. Seit einem Monat geht es jedenfalls reibungslos", bekräftigte Landertinger. Außerdem könne sich die lange Pause auch als Vorteil erweisen. "Ich bin vielleicht frischer als die anderen, die deutlich mehr Bewerbe gemacht haben. Offen ist aber, ob ich die Krankheiten endgültig weggesteckt habe".

Seine Erinnerungen an Chanty-Mansijsk sind jedenfalls bestens. In der russischen Biathlon-Hochburg feierte er im Vorjahr zum Saisonabschluss seinen bis dato einzigen Weltcupsieg abseits einer WM und auch 2009 zeigte er dort mit Platz zwei auf.

Den ersten Einsatz absolviert er zum WM-Auftakt in der Mixed-Staffel. In diesem Bewerb zählt Österreich aufgrund des Abstandes des Damen-Duos Ramona Düringer und Iris Waldhuber zur Weltspitze nicht zu den Medaillenanwärtern. Landertinger will seinen 7,5-km-Part als Härtetest für den Sprint am Samstag absolvieren.

Mit Verfolgung, Einzel, Staffel und Massenstart wartet dann bis zum 12. März noch ein sehr dichtes Programm. Allerdings ist das Antreten des Titelverteidigers im Massenstart-Bewerb noch gar nicht gesichert. Anstatt des amtierenden Weltmeisters hat nämlich der Olympiasieger 2010 (Jewgeni Ustjugow (RUS)) einen fixen Startplatz. Zudem liegt Landertinger derzeit als 31. deutlich außerhalb der Top 15 des Gesamtweltcups, die ebenfalls gesetzt sind.

Landertinger muss sich deshalb über die WM-Bewerbe Sprint, Verfolgung und Einzel erst einen der verbleibenden 15 Startplätze sichern. Diese erhalten die Medaillengewinner von Chanty-Mansijsk und die zusätzlichen Besten aus den dort absolvierten Bewerben. In diesem Kreis dabei zu sein, hat sich Landertinger aber ohnehin fest vorgenommen.

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