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Matt war der Mann des Wochenendes © APA (epa)

Keine wesentlichen Änderungen in den Gesamtwertungen hat das vergangene Wochenende im Alpinski-Weltcup gebracht. Bei den Damen

Keine wesentlichen Änderungen in den Gesamtwertungen hat das vergangene Wochenende im Alpinski-Weltcup gebracht. Bei den Damen baute Maria Riesch drei Wochen vor dem Finale ihre Führung auf Lindsey Vonn mit 2:1-Siegen in Aare von 156 auf 196 Punkte aus, bei den Herren ist der überlegen führende Kroate Ivica Kostelic trotz seines Slalom-Ausfalls in Bulgarien außer obligo.

Mann des Wochenendes war Mario Matt mit seinem Comeback-Sieg vor Reinfried Herbst im Slalom von Bansko. Für den 31-jährigen Tiroler war der Triumph nach fast zweijähriger Pause eine Genugtuung. Zuletzt hatte er beim Weltcup-Finale im März 2009 in Aare gewonnen, danach war der Doppel-Weltmeister vom Arlberg in ein tiefes Loch gestürzt. Erst seit dem vergangenen Jahreswechsel läuft es wieder. Nachdem er bei der WM eine Medaille nur hauchdünn verpasst hatte, klappte es eine Woche später sogar mit dem 13. Weltcup-Sieg, dem 12. im Slalom. Über einen längeren Zeitraum hatte nur der große Ingemar Stenmark seine Weltcup-Siege im Slalom verteilt.

"Ich bin überglücklich. Ich wusste immer, dass ich es in mir habe. Jetzt habe ich endlich das geschafft, was ich seit einiger Zeit wieder drauf habe", bejubelte Matt seinen Erfolg und gestand: "Es ist auch deshalb eine Riesen-Genugtuung, weil sogenannte Spezialisten mich schon letztes Jahr abgeschrieben haben. Es hat sogar geheißen, ich muss meine Technik umstellen."

Matt war nach einer Katastrophen-Saison in der Weltrangliste so weit zurückgefallen, dass er am Beginn des WM-Winters mit Startnummern jenseits der 40 im Europacup und bei FIS-Rennen herumkrebste. Kein Wunder, dass vor nicht allzu langer Zeit sogar das Wort "Aufhören" im Kopf des Slalom-Weltmeisters von 2001 und 2007 herumgespukt hatte.

"Natürlich habe ich daran gedacht. Es waren sehr schwierige Momente, und ich gebe zu, dass im Dezember meine Motivation nicht sehr groß war", gestand Matt. "Es ist doch sehr hart, wenn du mit hohen Startnummern wieder ganz hinten anfangen musst." Sein Zugang war: "Dort hinten muss dir egal sein, was vorne passiert. Es geht nur noch darum, mit der Startnummer wieder nach vorne zu kommen." Seine Motivation war: "Dass ich im Training sehr schnell war. Also habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und gesagt, probieren wir's noch einmal mit Vollgas. Jetzt ist es aufgegangen."

Nach seinem sommerlichen Skiwechsel zu Blizzard hatte Matt freilich erst zum Jahreswechsel seine Abstimmung so optimiert, dass sie seinem eigenwilligen "Motorrad-Fahrstil" entsprach. "Vorher war sie viel zu aggressiv. Erst jetzt kann ich wieder meinen Stil fahren." Seitdem läuft es auch wieder beim Adler vom Arlberg. Matt dazu: "Im Endeffekt habe ich nie an mir gezweifelt. Jetzt hat es sich bezahlt gemacht."

Einziger Wermutstropfen: Der Doppelsieg der ÖSV-Routiniers Matt und Herbst vor Weltmeister Jean-Baptiste Grange kam genau eine Woche zu spät, denn sieben Tage vorher hätte es dafür in Garmisch WM-Gold und -Silber gegeben. Herbst feierte Platz zwei dennoch wie einen Sieg. "Es ist ein Traum, für mich zählt der zweite Platz wie ein Sieg", frohlockte der Salzburger. "Jetzt beginnt die Saison neu."

Nichts Neues gab es bei den Damen, wo nach der WM die überragenden Riesch und Vonn die Szene wieder nach Belieben dominieren. Während Riesch in Schweden Kombi und - erstmals seit drei Jahren - auch wieder einen Super-G gewann, sorgte Vonn dafür, dass auch die 15. Weltcup-Abfahrt in Folge entweder an sie oder Riesch ging. Die letzte anderslautende Abfahrts-Siegerin war Andrea Fischbacher am 28. Februar 2009 in Bansko gewesen. Damit ist das traurige Jubiläum fix. Seit exakt zwei Jahren sind die ÖSV-Damen in Weltcup-Abfahrten sieglos.

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