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ÖSV-Adler wollen weitere Medaillen © APA (Gindl)

Österreichs Skisprung-Asse haben den Midtstubakken hinter sich gelassen, nun gilt der Fokus dem "eigentlichen" Holmenkollen. Die

Österreichs Skisprung-Asse haben den Midtstubakken hinter sich gelassen, nun gilt der Fokus dem "eigentlichen" Holmenkollen. Die Großschanze trägt den Namen jenes berühmten Hügels, auf dem die 48. Nordischen Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Am Donnerstag (Einzel/17.00 Uhr) und Samstag (Team/15.30/jeweils live ORF eins) geht für die "Adler" die zweite WM-Hälfte in Szene.

Trotz der langen Erfolgsliste finden sich auch im Lager der ÖSV-Springer immer wieder neue Ziele: Denn Andreas Goldberger ist der bisher letzte ÖSV-Springer, der 1995 in Thunder Bay (Silber) eine WM-Einzelmedaille auf der Großschanze geholt hat.

"Ich bin überglücklich mit der Weltmeisterschaft und habe auch für die Großschanze ein sehr gutes Gefühl im Bauch. Ich fühle mich auf der größeren Schanze vielleicht sogar noch ein bisschen wohler", sagte Topfavorit Thomas Morgenstern. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es auf der Großen auch so gut läuft." Wunder könne er keine mehr vollbringen, er wünscht sich einen fairen Wettkampf. Als seine schärfsten Gegner außerhalb seines Teams erwartet er sich, Adam Malysz, Simon Ammann und Matti Hautamäki. Dass jeder seiner Mannschaftskollegen ihm auch im Einzel gefährlich werden könnte, weiß der Kärntner freilich auch.

Mit viermal Gold und je einmal Silber und Bronze haben diesmal nicht nur die Springer zur erfolgreichsten Nordischen WM aller Zeiten beigetragen. Die Stimmung im ÖSV-Hotel ist dementsprechend außergewöhnlich. "Es ist wie auf Wolke sieben. Es ist schön, wenn sich der ganze Verband so positiv entwickelt wie da heroben", beschrieb Morgenstern die tolle Atmosphäre im Österreicher-Hotel. Der "Goldrausch" im ÖSV-Team hat ja nun auch die Kombinierer erfasst, und das freut auch Team-Weltmeister Martin Koch. "Es ist schön, dass wir nicht die einzigen sind, die etwas reißen. Man freut sich mit, du merkst, sie freuen sich mit dir. Die Kombinierer haben nach unserem Gold zu uns gesagt, 'das taugt uns, das möchten wir auch schaffen' und sie haben es auch geschafft."

Weltmeister-Würden haben Österreichs Skispringer auf den großen Bakken übrigens bisher zweimal geschafft. Zuletzt trug sich Andreas Felder 1987 in Oberstdorf in die Siegerliste ein, bei den auch als WM gewerteten Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck hatte Karl Schnabl dieses Kunststück als Erster geschafft.

Einen ÖSV-Kandidaten, dem man auf der Medaillenrechnung keinesfalls vergessen sollte, ist aber auch Gregor Schlierenzauer. Der 34-fache Weltcupsieger hat vor kurzem schon zwei Siege in Norwegen gefeiert und zwar auf dem größten Bakken der Welt in Vikersund. "Ich freue mich. Es heißt immer Oslo 2011 und drunter Holmenkollen und nicht Midtstubakken. Bei der Generalprobe vor einem Jahr war es sehr windig und ich bin jetzt sicher besser in Form", meinte der Tiroler.

Die Großschanze selbst gefällt ihm auch optisch. "Sie ist architektonisch ein Wahnsinn." Die spezielle Holmenkollen-Atmosphäre hat Schlierenzauer am Montag im Langlaufstadion eingesogen, als er Österreichs Kombinierer live beobachtet hat. "Man hat auch von den Zuschauern her das Gefühl, sie kennen sich in jeder Sportart aus." Verkrampfen will er sich keinesfalls. Nach der Analyse habe er einen kleinen Fehler entdeckt. "Den Fehler kann ich jetzt ausschließen. Ich möchte mich bis Planica weiterentwickeln."

Gold- und Einzel-Silbermedaillengewinner Andreas Kofler hat freilich auch gute Chancen, sein Medaillenkonto in Oslo auf drei aufzustocken. Einen Zweikampf mit Morgenstern sieht er aber nicht. "Man muss persönlich eine gute Leistung abrufen. Ich möchte eine Medaille holen, wenn sich noch eine ausgeht, wäre das der Oberhammer", sagte Kofler.

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