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Daxbacher will den dritten Austria Sieg 2011 © APA (Archiv/Diener)

Austria Wien gegen Sturm Graz, Erster gegen Zweiter - im Spitzenspiel der 23. Runde zur Fußball-Bundesliga geht es am Mittwoch

Austria Wien gegen Sturm Graz, Erster gegen Zweiter - im Spitzenspiel der 23. Runde zur Fußball-Bundesliga geht es am Mittwoch (20.30 Uhr) in der Generali Arena um die Führung in der Tabelle. Der Sieger der nur durch einen Punkt getrennten Vereine ist Spitzenreiter, bei einem Remis und einem gleichzeitigen Heimsieg der SV Ried gegen Innsbruck könnten die Innviertler wieder beide Rivalen überholen.

Geht es nach Karl Daxbacher, dem violetten Chefcoach, dann sind derartige Rechnereien unangebracht. "Unser Frühjahrsstart war mit neun Punkten aus drei Spielen optimal, natürlich wollen wir jetzt auch das vierte Spiel gewinnen", tönte der 57-Jährige, der aber gespannt ist, wie seine Schützlinge mit der erstmaligen Tabellenführung seit 26. Oktober 2009 (damals zwei Runden vorne) zurechtkommen werden. "Es wird auch für mich interessant, ob die Führung sie beflügelt oder hemmt."

Dem Druck müsse man standhalten können. "Ich glaube, meine Spieler haben nun eine breite Brust, mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein." Und die Wiener haben schon jetzt den besten Frühjahrsstart seit 1991 hingelegt, als unter Coach Herbert Prohaska das Jahr mit sieben Siegen in sieben Partien begonnen und letztlich dann der Meistertitel geholt wurde. Es müssen jetzt nicht sieben Erfolge in Serie her, allein der Titel zum 100. Geburtstag des Vereins würde in diesem Jahr "genügen".

Aber davon wollen Daxbacher und seine Truppe noch nichts wissen. "Ja, neun erzielte Tore und kein erhaltener Treffer - da muss die ganze Mannschaft zusammenwirken, daher lobe ich auch alle Teile der Mannschaft." Aber bei der Drei-Punkte-Regel könne es schnell wieder in die andere Richtung gehen. Es habe ihn auch überrascht, dass die Austria so schnell an der Spitze steht. "Wir waren fünf Zähler hinten und sind jetzt einen Punkt vor Ried. Die Rapidler machen sich daher mit sieben Punkten Rückstand auch berechtigte Hoffnung, noch um den Titel mitzuspielen."

"Es ist derzeit schwer, uns zu schlagen", meinte der "Fußballer des Jahres", Zlatko Junuzovic. Das Motto gegen Sturm lautet wie schon zuletzt Offensive und Spiel bestimmen. "Wir müssen unsere Heimbilanz verbessern", beschwor Sportvorstand Thomas Parits. Das sieht auch Daxbacher so. Dass sich Sturm so wie seine Mannschaft in der Fremde leichter tue, begründete der Trainer so: "Im eigenen Stadion versucht man, das Geschehen zu bestimmen, macht hinten mehr auf und ist so anfälliger auf Konter."

Dass Sturm-Torjäger Roman Kienast verletzt ausfällt, wertete Daxbacher als "geringen Vorteil". Die Steirer könnten diesen Ausfall jedoch durch Edeljoker Mario Haas oder Samir Muratovic verkraften. Der Trainer erwartet die Gäste mit einem anderen System. "Sie werden zu ihrer alten, gewohnten 4-4-2-Formation zurückkehren", glaubte der Coach, der den gesperrt gewesenen Marko Stankovic wieder zur Verfügung hat, aber an der Aufstellung nichts ändern dürfte.

Die Grazer reisten zuversichtlich nach Favoriten, wo sie zuletzt am 2. Oktober mit 3:2 den ersten Erfolg nach sieben Duellen gegen die Violetten gefeiert haben. Franco Foda meinte vor der Abreise, dass seine Elf es besser könne als sie es zuletzt beim 1:0 gegen die Rieder gezeigt habe. "Wir haben da nicht so frei gespielt, weil viel auf dem Spiel stand. Außerdem haben wir uns in letzter Zeit gegen die Austria auswärts leichter getan als zu Hause, sie liegt uns mehr als Ried", sagte der Sturm-Trainer.

Im Gegensatz zum Ried-Heimspiel (1:0) wird es eine taktische Änderung geben, das 4-1-4-1-System ist für die Austria-Partie kein Thema. "Es war eine Konstellation, die gegen Ried funktioniert hat und auch taktisch gut umgesetzt wurde, aber gegen Austria werden wir anders spielen müssen", kündigte der Deutsche an. Neben Imre Szabics dürfte Marvin Weinberger oder etwas hängend Muratovic aufgeboten werden. "Weinberger braucht Räume, die er gegen Austria eher vorfinden wird", glaubte Foda.

Für Haas, den eingewechselten Goldschützen gegen Ried, bleibt vom Start weg wieder die Bank. "Er ist mir als Joker viel lieber, weil er sofort Leistung bringt und Spiele drehen kann", meinte der Sturm-Coach. Die "Blackies", die von rund 800 Fans begleitet werden und die Tabellenführung in der laufenden Saison (23.10. bis 7.11. zwei Runden) schon innehatten, sind mit 18 Punkten hinter der Austria (24) die zweitbeste Mannschaft in der Fremde. Der jüngste Auswärtserfolg des Cupsiegers liegt jedoch schon einige Monate (3:0 in Wr. Neustadt am 20.11.) zurück.

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