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Sturm und Austria trennten sich 2:2 © APA (epa)

Der Schlager der 23. Runde in der Fußball-Bundesliga hat mit dem 2:2 (0:1) zwischen Austria Wien und Verfolger Sturm Graz ein

Der Schlager der 23. Runde in der Fußball-Bundesliga hat mit dem 2:2 (0:1) zwischen Austria Wien und Verfolger Sturm Graz ein gutes Spiel und ein gerechtes "totes Rennen" gebracht. Da auch "Winterkönig" SV Ried daheim gegen Wacker Innsbruck über ein 2:2 (0:1) nicht hinauskam, blieben die Violetten weiterhin mit je einem Punkt Vorsprung auf die Steirer und die Oberösterreicher Spitzenreiter.

Der Vizemeister hatte gegen den Cupsieger lange Zeit wie ein Verlierer ausgesehen, war er doch von der 47. bis zur 73. Minute 0:2 zurückgelegen. Die Gastgeber taten sich gegen die taktisch cleveren und diszipliniert agierenden Steirer schwer, weil diese die Räume eng gemacht hatten. Spannung war immer Trumpf, aber das Rasenschach löste sich erst im Finish auf. "Sturm hat uns nicht kombinieren lassen. Wir haben aber nie aufgegeben und durch eine starke Leistung im Finish den Punkt verdient. An Moral haben wir heute gewonnen", resümierte Austria-Regisseur Zlatko Junuzovic.

Manuel Ortlechner, der per Kopf das 2:2 (78.) erzielt hatte, meinte, dass bei seinem Treffer auch ein bisschen Glück dabei gewesen wäre. "Der Punkt kann vielleicht noch wichtig sein, die Meisterschaft bleibt spannend", sagte der Innenverteidiger, der den verwandelten Elfmeter von Florian Klein als "enorm wichtig" bezeichnete. Trainer Karl Daxbacher musste zugeben, dass die Grazer an Effizienz nicht zu überbieten waren: "Sie haben aus zwei Torschüssen zwei Tore gemacht." Man habe aber alles versucht und immer an den Umschwung geglaubt.

"Wir waren die ganz Zeit bemüht, das Spiel zu bestimmen und nach vorne zu spielen. Aber Sturm war defensiv sehr gut organisiert und wir haben uns schwer getan. Nach dem 0:1 und dem 0:2 wurde es noch schwieriger", begründete Daxbacher den ersten Punkteverlust nach vier Siegen in Serie. Die Violetten bleiben trotzdem die Mannschaft der Stunde. Sie haben in den vergangenen neun Runden (6-2-1) nur eine einzige Niederlage (0:1 am 28. November daheim gegen Rapid) kassiert und den besten Frühjahrsstart seit dem Meisterjahr 1991 hingelegt.

Im Sturm-Lager vermochten verständlicherweise viele ihre Enttäuschung nicht zu verbergen. "Wenn man auswärts im Spitzenspiel 2:0 führt und nicht gewinnt, ist das sehr bitter. Wir haben zwei Punkte verloren. Wir könnten jetzt Tabellenerster sein", drückte Patrick Wolf die getrübte Stimmung in Worten aus. Joachim Standfest stimmte in den Trauerchor mit ein: "Ein 2:0 darf man nicht aus der Hand geben." Andreas Hölzl ärgerte sich über sein "blödes Foul", das zum Elfer geführt hatte.

Franco Foda versuchte seine ersatzgeschwächte Truppe, in der fünf Stammspieler gefehlt hatten, aufzurichten. "Wir haben taktisch hervorragend gespielt. 1:0 gegen Ried, ein Zähler hier gegen die Austria - wir haben vier Punkte gegen Top-Mannschaften geholt, ich bin sehr zufrieden", sagte der Sturm-Trainer, nachdem seine Schützlinge knapp den ersten Auswärtssieg seit 20. November 2010 (3:0 in Wr. Neustadt) verpasst hatten. Der Sturm-Graz-Trainer trauerte ein wenig der Riesenchance von Andreas Hölzl (76.) zum möglichen 3:1 nach. "Wir haben uns in den letzten 20 Minuten zu sehr zurückgezogen und der spielbestimmenden Austria viele Räume gelassen", befand der Deutsche, der letztlich von einem verdienten Remis sprach.

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