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Bernhard Gruber (2.v.l) rückt wieder ins Aufgebot © APA (Archiv/epa)

Der Österreichische Skiverband vertraut in der zweiten Team-Konkurrenz der Nordischen Kombination bei den Weltmeisterschaften in

Der Österreichische Skiverband vertraut in der zweiten Team-Konkurrenz der Nordischen Kombination bei den Weltmeisterschaften in Oslo dem Gold-Quartett vom Montag. Für den Bewerb von der Großschanze (je ein Sprung, 4 mal 5-km-Langlauf) am Freitag (11.30/16.00 Uhr) wurden Felix Gottwald, Mario Stecher, David Kreiner und Bernhard Gruber nominiert.

Wilhelm Denifl, der in beiden Einzelbewerben eingesetzt worden war, erhielt erneut keinen Platz in der Mannschaft. Die Aufstellung erfolgte intern schon am Mittwoch, um Qualifikationsdruck im letzten Training zu vermeiden. Die Routiniers müssen sich gegen die Aufsteiger aus Deutschland behaupten und die norwegischen Gastgeber wollen besser abschneiden als beim dritten Team-Platz am Montag.

"Never change a winning team" war das Motto der Betreuer, die erneut die Team-Olympiasieger Gottwald, Stecher, David Kreiner und Bernhard Gruber ins Rennen schicken. Gruber erhielt damit erneut den Vorzug gegenüber Wilhelm Denifl, er geht ausgeruht und nach gutem Sprungtraining am Donnerstag voller Selbstvertrauen ans Werk. "Berni ist ausgerastet, weil er das Einzel ausgelassen hat und Mario, David und Felix sind Wettkämpfer, die bringen ihre Leistung mit Sicherheit", erklärte Cheftrainer Baard Jörgen Elden.

Gottwald möchte im letzten WM-Wettkampf seiner Karriere nochmals das Gefühl eines "lässigen Sprungs" vom großen Bakken erleben, das er am Mittwoch schmerzlich vermisst hatte. Was ihn danach auf der 5-km-Strecke erwartet, weiß er. "Der Langlauf ist kurz, aber sehr schmerzvoll", erklärte der 35-Jährige, der sich am Donnerstag einen freien Tag gönnte und auf den Langlauf-Ski nur die Beine auslockerte.

Man wolle mit einer zweiten Team-Medaille nach Hause fliegen, doch am Freitag fange alles wieder bei Null an, betonte der Salzburger. "Wir können uns vom Titel nichts kaufen. Es bleibt spannend, die ganze Palette samt der Ledernen ist drinnen. Wenn alles immer so klar wäre, hätte man nicht die Freude am Sport."

Stecher hatte am Mittwoch im Gegensatz zum ersten Teambewerb nicht den schnellsten Ski unter den Füßen. Perfektes Material ist Voraussetzung für den Gewinn von Edelmetall gegen die Rivalen aus Deutschland, Norwegen, den USA und Frankreich (Titelverteidiger Japan fällt derzeit etwas ab). "Es ist alles drinnen, aber es muss alles passen", erklärte der 33-jährige Steirer, bei dem die Enttäuschung über das verpasste Ziel, eine Einzelmedaille auf dem Holmenkollen, groß war.

Das deutsche Quartett, das mit Ausnahme von Björn Kircheisen aus jungen Athleten (19 bis 25 Jahre) besteht, will nach der "Niederlage" um 0,4 Sekunden im Zielsprint des Normalschanzen-Bewerbs Revanche. Kircheisen, der im Springen zuletzt etwas abfiel, hat nach elf Silbermedaillen Gusto auf Gold. "Ich hoffe, dass es am Freitag klappt, auf der Großschanze ist es etwas leichter für uns."

Und Tino Edelmann dachte nach zweimal Silber in Oslo auch an die Statistik. "Hoffentlich holen wir nach 24 Jahren wieder Team-Gold für Deutschland." In Oberstdorf war 1987 Hermann Weinbuch als Aktiver dabei gewesen, am Freitag ist es sein letzter WM-Einsatz als DSV-Coach. Während Österreich mit Bernhard Gruber einen ausgeruhteren Athleten zum Einsatz bringt, bestreiten die vier Deutschen schon den vierten Bewerb innerhalb von sieben Tagen. "Das wird hart für uns, denn andere können wechseln", gab Normalschanzen-Champion Eric Frenzel (22) zu.

Für Norwegen mit dem steirischen Springer-Coach Klaus Huber wäre Gold in der Heimat enorm wichtig. Das Problem ist die Gesundheit von Magnus Moan. Am Mittwoch trat der starke Läufer zum Langlauf nicht mehr an, obwohl sein Rückstand als 17. "nur" 1:26 Minuten betragen hätte. In Topform wäre Edelmetall möglich gewesen, doch der Sieger von Seefeld schonte sich. Er will bei der Heim-WM mehr als Bronze. Am Montag sei er nach einer Erkrankung nicht in Topform gewesen, sonst hätte die Resultatsliste anders ausgesehen, behauptete der 27-Jährige. "Ich verspreche, dass wir am Freitag stärker sind."

Der Franzose Jason Lamy Chappuis hat nach dem Titelgewinn am Mittwoch Lunte gerochen. Nach zwei vierten Team-Plätzen sei die Zeit reif für Edelmetall, sagte der 24-Jährige. "Es wäre großartig, eine Medaille mit meinen Kollegen zu teilen."

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