vergrößernverkleinern
Schlierenzauers Ziel: Möchte Ikone werden © APA (Gindl)

Skiflug-Weltmeister, Gesamt-Weltcupsieger und mit 34 Weltcupsiegen österreichischer Rekordmann. Das war Gregor Schlierenzauer

Skiflug-Weltmeister, Gesamt-Weltcupsieger und mit 34 Weltcupsiegen österreichischer Rekordmann. Das war Gregor Schlierenzauer schon vor der WM in Oslo. Bei seinem Olympia-Debüt in Vancouver holte er Team-Gold, sowie zweimal Bronze in beiden Einzelbewerben. Das WM-Gold von der Großschanze am Donnerstag im Nordischen Skisport-Mekka bedeutet nach einer schwierigen Saison für ihn wohl besonders viel.

"Ziel ist es, irgendwann einmal eine Ikone zu sein, ein toller Sportler zu sein. Da arbeite ich hin", meinte Schlierenzauer Anfang März 2009 im APA-Gespräch. Zwei Jahre später ist er diesem Ziel wieder näher gekommen. Bereits jetzt ist er - an Einzelsiegen gemessen - der erfolgreichste ÖSV-Weltcup-Springer und er hat, wenn er gesund bleibt, wie er selbst immer wieder betont, alle Möglichkeiten, zum Besten aller Zeiten zu werden.

Und zu den Großen wollte er auch immer gehören. Als zielstrebiger, akribischer und ehrgeiziger Sportler mit einem Riesentalent hat er alle Voraussetzungen, die man dazu braucht. In seiner erst dritten Saison gewann Schlierenzauer schon den Gesamt-Weltcup - mit dem Rekord von 13 Saisonsiegen und der Bestmarke von 2.083 Punkten.

Sein enormes Potenzial zeigte er - ähnlich wie Thomas Morgenstern - schon mit 16. Als Doppel-Weltmeister bei den Junioren und Doppel-Staatsmeister feierte er in seinem dritten Weltcupbewerb bereits den ersten Erfolg. Seine Auftritte forderten Topstars wie Olympiasieger Morgenstern zu noch größerem Einsatz heraus. Fünf Weltcupsiege waren die Bilanz seiner ersten Weltcup-Saison 2006/07. Und ausgerechnet in Oslo, wo er am 12. März 2006 seine Weltcup-Premiere gefeiert hatte (mit einem 24. Rang-Anm.), hat er nun seinen wohl emotionalsten Triumph gefeiert. Auch weil er nur wenige Wochen zuvor nach einer Knieverletzung überhaupt nicht gewusst hatte, ob er auf dem Holmenkollen überhaupt dabei sein kann.

Cheftrainer Alexander Pointner beschreibt den Youngster als ruhigen Typen, der viel nachdenkt und mit großem Gefühl Entscheidungen trifft. "Er spürt sich selbst viel mehr als manch anderer", erklärt Pointner. Den Siegertypen Schlierenzauer stellen Ehrenplätze auf Dauer nicht zufrieden. Sein Selbstvertrauen ist enorm, seine körperlichen Vorzüge und die technischen Qualitäten sind es ebenfalls. So überrascht es nicht, dass er serienweise Schanzenrekorde fixierte.

Der Stams-Schüler aus dem Stubaital wird von seinem Onkel, dem zehnfachen Rodel-Weltcup-Rekordsieger Markus Prock, gemanagt, der gemeinsam mit den Eltern dafür sorgt, dass der Rummel nicht zu groß wird. "Er hat sehr hart gekämpft in diesem Jahr, er hatte so etwas ja noch nie erlebt", erinnerte Prock am Tag des Triumphs an die schwierigen Monate nach dem Sturz im Dezember. "Er ist ein großer Sportler, wenn er so etwas erlebt und so schnell zurückkehrt", war der Onkel stolz.

Zum Skispringen ist Schlierenzauer als Neunjähriger gekommen. Ein Freund nahm ihn zum Training beim SV Innsbruck-Bergisel mit - der begeisterte Fußballer durfte bald darauf mit Alpinskiern auf der Schanze mittrainieren. "Seitdem ist das Springen für mich wie eine Sucht", sagte er einmal.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel