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Kogler will sich "nicht verstecken" © APA (Parigger)

Gegen Verfolger Sturm Graz ist Spitzenreiter Austria Wien nach 0:2-Rückstand in Favoriten mit einem "Veilchen" (Endstand 2:2)

Gegen Verfolger Sturm Graz ist Spitzenreiter Austria Wien nach 0:2-Rückstand in Favoriten mit einem "Veilchen" (Endstand 2:2) davongekommen. Am Samstag (18.30 Uhr) in der 24. Runde der Fußball-Bundesliga versucht Wacker Innsbruck, den Spitzenreiter zu bremsen oder gar zu stürzen. Der Aufsteiger ist in diesem Jahr ebenso noch ungeschlagen wie der Vizemeister.

"Wenn man gegen die spielstärkste Mannschaft bestehen will, darf man sich nicht verstecken", appellierte Wacker-Trainer Walter Kogler an seine Truppe. Man müsse aktiv werden, damit die violetten Offensivkräfte auch mit Defensivarbeit beschäftigt seien, meinte der Kärntner, der einst als Spieler u.a. auch die für die Violetten verteidigt hatte. Die Zuversicht im Heiligen Land ist jedenfalls vor der Partie groß, schließlich weiß der Tabellensiebente, wie der Gegner zu bezwingen ist. Das hat er am 29. August 2010 mit dem unerwarteten 3:0 in Favoriten im ersten von drei Saisonduellen (inklusive Cup-Achtelfinale 2:1 n.V. für Austria) eindrucksvoll bewiesen.

Und die vier Runden ungeschlagenen Tiroler waren am vergangenen Mittwoch mit dem 2:2 in Ried auch dafür verantwortlich, dass die Wiener ihre Tabellenführung nicht gleich wieder verloren. Dass Wacker im Innviertel in letzter Sekunde den Ausgleich hatte hinnehmen müssen, ärgert Kogler noch immer ein wenig. "Wir waren zum Schluss zu passiv", sagte er. Sich zurückziehen, das darf man gegen die Austria von Anfang an nicht.

Guter Besuch sollte im Tivoli-Stadion, wo die Hausherren zuletzt am 4. Dezember (1:3 gegen Kapfenberger SV) verloren haben, sicher sein. Ein Frühlingserwachen täte der ganzen Liga gut, nachdem sie in der 23. Runde bei niedrigen Temperaturen mit 22.700 Zuschauern (Schnitt 4.540) den schlechtesten Besuch seit 3./4. Mai 2003 (22.130/4.426) verzeichnet hatte. Die Spannung in der Spitzengruppe und Plusgrade sollten wieder für mehr Kulisse in den Stadien sorgen.

Aufpolieren möchten die Tiroler, die daheim schon Rekordmeister Rapid (4:0) und Titelverteidiger Red Bull Salzburg (1:1) in Schach gehalten haben, ihre Bilanz gegen die Austria. In den jüngsten 19 Duellen haben sie nur zwei Siege (2-5-12) zu Buche stehen, wobei ihr bisher letzten Heimerfolg gegen die Wiener vom 28. Oktober 2007 (2:0) datiert. Leicht wird es nicht, denn mit dem seit sechs Runden ungeschlagenen Spitzenreiter (4-2-0) kommt auch das erfolgreichste Auswärtsteam (7-3-1/einzige Niederlage 6.11. in Ried 1:2).

Daher reiste Karl Daxbacher mit seiner Mannschaft, die sich in der Fremde leichter tut als vor eigenem Publikum, am Freitag auch mit entsprechender Zuversicht gen Westen. "Wir gehen auch in Innsbruck auf drei Punkte los. Wir haben keine Rechnung offen, weil wir nach dem 0:3 schon im Cup und am Tivoli (1:0 durch Junuzovic) gewonnen haben. Wir wollen wieder die spielbestimmende Mannschaft sein", kündigte der Austria-Coach an. Er warnte jedoch vor den Kontern und den Standards des Gegners, dem man nicht ins offene Messer laufen werde. "Das haben wir auch gegen Sturm nicht gemacht", meinte der 57-Jährige.

Seine Schützlinge holten zwar gegen die Steirer nur einen Punkt, gingen erstmals seit 9. Mai 2009 aber nach 0:2-Rückstand (ebenfalls gegen Sturm) nicht mit leeren Händen vom Platz und durften sich nach der Aufholjagd sogar als moralische Sieger fühlen. "Wir schauen positiv nach vorne, müssen weiter an uns glauben und möchten in Tirol drei Punkte holen. In unserer Mannschaft steckt viel", meinte Zlatko Junuzovic, der mit seinen Mitstreitern seit 28. November (0:1 daheim gegen Rapid) ungeschlagen ist.

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