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Pogatetz will die Bayern-Stürmer wegräumen © APA (dpa)

Hannover 96 hat am Samstag in der 25. Runde die Chance, den sowohl im Titelrennen als auch Cup (Halbfinale) k.o. gegangenen

Hannover 96 hat am Samstag in der 25. Runde die Chance, den sowohl im Titelrennen als auch Cup (Halbfinale) k.o. gegangenen Rekordmeister Bayern München endgültig ins Chaos zu stürzen. Zwei Punkte führt der Tabellendritte Hannover vor den viertplatzierten Bayern, die sich Platz zwei in der Endtabelle als Ziel vorgenommen haben. Außerdem reicht Platz vier nicht für die Champions-League-Quali.

Für Emanuel Pogatetz ist der Schlager eine Premiere, hat er es doch als Profi mit den Roten aus dem Süden noch nie zu tun gehabt. "Dass es beim ersten Mal um so viel geht, macht das Ganze noch schöner", sagte der ÖFB-Teamspieler, der im Herbst in München (0:3) wegen einer Verletzung gefehlt hatte. Aber er weiß, wie die Gäste in Schach zu halten sind. "Wir müssen sie so weit wie möglich von unserem Tor fernhalten", meinte der Innenverteidiger.

Angst hat er nur vor einem Blitztor der Bayern. "Dann können wir untergehen, aber wir haben großes Selbstvertrauen und zu Hause nur drei Spiele verloren." Der Steirer, der bisher in 18 von 24 Liga-Runden im Einsatz (Bilanz zwölf Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen) war, warnte aber vor dem wankenden Riesen. Es komme normalerweise nicht vor, dass die Bayern drei Partien in Folge verlieren, sie hätten auch ihren Stolz.

Der Hype um die 96er hält unvermindert an. Die AWD-Arena wird mit fast 50.000 Besuchern ausverkauft sein. "Wir hätten 100.000 Karten verkaufen können und am Schwarzmarkt werden 1.000 Euro für eine Karte geboten", erzählte Pogatetz, der am Donnerstag im Fanshop der Niedersachsen zwei Stunden lang rund 2.000 Autogrammwünsche erfüllen musste.

Nach dem Schlusspfiff wartet auf "Mad Dog" ein weiterer Höhepunkt. Er ist Gast der ZDF-Sendung "Aktuelles Sportstudio" (ab 23.00 Uhr), die regelmäßig rund 2,5 Mio. Zuschauer vor die TV-Geräte lockt. "Das ist etwas ganz Besonderes. Irgendwie geht damit ein Jugendtraum in Erfüllung. Als ich klein war, habe ich schon davon geträumt, dort interviewt zu werden."

Für das legendäre Torwandschießen hat sich der ÖFB-Legionär zwei Treffer vorgenommen - einen "rechts unten und links oben". Der Sender lässt sich den Besuch einiges kosten. Nach dem Schlusspfiff fliegt Pogatetz mit seinen Eltern in einem Privatjet von Hannover nach Mainz und kehrt damit gegen 1.00 Uhr wieder zurück. "Ich hoffe schwer, dass meine Teamkollegen den Sieg noch feiern und ich dazustoßen werde."

Bayern-Coach Louis van Gaal sieht seine Mannen in Hannover zum Siegen verdammt. Er sei "einverstanden" mit der Einschätzung, dass für den Rekordmeister in dieser Situation nur drei Punkte helfen, egal wie. "Es zählt allein das Resultat. Gewinnen wir, sind wir Dritter und dann können wir unser Ziel wieder erreichen", sagte der Niederländer, der weiß, dass es auch um seinen Job geht. Er könne damit leben und umgehen. "Ich finde es normal. Ich bin schon am Ende meiner Karriere."

Der überlegene Spitzenreiter Borussia Dortmund spielte schon am Freitagabend daheim gegen den 1. FC Köln. Der erste Verfolger, Bayer Leverkusen, hat am Samstag ebenfalls ein Heimspiel (VfL Wolfsburg). Mit Schlusslicht Gladbach (Stranzl) und TSG 1899 Hoffenheim (Ibertsberger, Alaba) kommt es zu einem Duell zweier Ösi-Vereine. Der 1. FC Nürnberg (Okotie) empfängt den FC St. Pauli, der Vorletzte VfB Stuttgart (Harnik) Vizemeister FC Schalke 04.

VfB-Trainer Bruno Labbadia hat in dieser Woche mit Raphael Holzhauser (18) von den Amateuren und Kevin Stöger (17) von der U19 zwei österreichische Mittelfeldspieler zur Sichtung mit den Profis mittrainieren lassen. Erst am Sonntag sind der Drittletzte 1. FC Kaiserslautern (Hoffer, Clemens) auswärts gegen den HSV und der Viertletzte Werder Bremen (Prödl, Arnautovic) in Freiburg im Einsatz.

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