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Pacult ist trotz vergangener Erfolge angezählt © APA (Pessenlehner)

Auf Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid und seinen Coach wartet am Sonntag ein echtes Schlüsselspiel. Im Heimmatch

Auf Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid und seinen Coach wartet am Sonntag ein echtes Schlüsselspiel. Im Heimmatch gegen SV Ried muss unbedingt ein Sieg her, um den Anschluss an die Spitzengruppe zu wahren. Im Falle eines Punkteverlusts würde nicht nur die Teilnahme an einem internationalen Bewerb, sondern auch der Trainerstuhl von Peter Pacult wackeln.

Zumindest nach außen hin gab sich der Wiener gelassen. "Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt", betonte Pacult, obwohl Club-Präsident Rudolf Edlinger im "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) gemeint hatte: "Ich stehe hinter der sportlichen Leitung. Aber es kommt auf die nächsten Spiele an, wie es weitergeht."

Pacult wollte diese Aussage nicht bewerten. "Er ist der Präsident. Es ist sein Recht, sich zu äußern." Dafür konnte sich der 51-Jährige einen kleinen Seitenhieb auf General Manager Werner Kuhn nicht verkneifen. "Er hat gesagt, ich soll der Arsene Wenger von Rapid werden. Aber Wenger ist mit Arsenal auch nicht immer Meister geworden."

Für die derzeit herrschenden Turbulenzen beim Tabellensechsten, der acht Punkte hinter Spitzenreiter Austria liegt, hat Pacult nur bedingt Verständnis. "Rapid hat andere Ansprüche als den derzeitigen Tabellenstand, aber man muss alle Umstände einbeziehen und Ruhe bewahren, auch wenn es einmal unruhig wird. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Trainer ruhig bleibt."

Der Rapid-Coach sieht die Chancen für eine erfolgreiche Saison nach wie vor intakt. "Wenn wir nach 36 Runden das Ziel, das wir im Sommer ausgegeben haben (Anm.: Europacup-Startplatz), erreichen, wird wieder Sonnenschein sein", erklärte Pacult und verwies auf die Austria, die vor einem Jahr nach zunächst großem Rückstand am Ende fast Meister geworden wäre. "Es gibt noch genug Spiele, um unser Ziel zu erreichen. Wir sind nicht so weit weg, dass wir komplett abgeschlagen wären."

Ein Ausrutscher wie am Dienstag beim 0:1 in Mattersburg darf gegen Ried allerdings nicht passieren. "Wir wollen die drei Punkte unbedingt, und Rapid ist in einem Heimspiel immer Favorit. Daheim ist für uns fast jeder Gegner machbar, nur gegen Barcelona, Real oder ein ähnliches Kaliber hätten wir Probleme", schmunzelte Pacult und versprach: "Das Mattersburg-Match ist abgehakt."

Der missratene Auftritt der Rapidler im Burgenland bereitet Ried-Trainer Paul Gludovatz massives Kopfzerbrechen. "Deshalb stehen sie jetzt unter Druck und werden uns unter Druck setzen", befürchtete der 64-Jährige. Seiner Meinung nach lieferten die Hütteldorfer im Frühjahr starke Leistungen ab, die Darbietung im Pappelstadion dürfe man nicht überbewerten. "Das Spiel gegen Mattersburg ist aufgrund der Bodenverhältnisse nicht zu kommentieren. Am Sonntag ist eine andere Rapid-Mannschaft zu erwarten."

Trotz der Konkurrenzsituation am Sonntag fühlt Gludovatz mit seinem angezählten Freund Pacult. "In unserem Job ist zwar kein Mitleid gefragt, aber man hat schon eine andere Denkweise, wenn einem ein Kollege näher steht", meinte der ehemalige ÖFB-Nachwuchscoach.

Sein Club wartet vor dem 28. Auftritt im Hanappi-Stadion nach 20 Niederlagen und 7 Unentschieden noch immer auf den ersten Sieg im Westen Wiens. Sollte es diesmal wieder nicht nicht klappen, würde für Gludovatz aber die Welt auch nicht untergehen. "Im Herbst haben wir ein bisschen reingepfuscht. Doch am Ende werden ohnehin wieder die großen Vier vorne sein und alle anderen - auch wir - kämpfen um den fünften Platz und gegen den Abstieg", prophezeite der Burgenländer.

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