vergrößernverkleinern
Abreise von letzter WM mit zweimal Gold und Bronze © APA (Gindl)

An seinem letzten WM-Tag hat Felix Gottwald die Medien Samstagfrüh zu einem Abschieds-Frühstück eingeladen und sich auch für

An seinem letzten WM-Tag hat Felix Gottwald die Medien Samstagfrüh zu einem Abschieds-Frühstück eingeladen und sich auch für die Zusammenarbeit bedankt. Der 35-jährige Salzburger verlässt seine letzte WM als Doppel-Team-Weltmeister und mit Einzel-Bronze und wird kommendes Wochenende in Lahti, 18 Jahre nach seinem Weltcup-Debüt in Saalfelden, die Sportlerbühne endgültig verlassen.

Mit insgesamt 18 Medaillen bei Olympischen Spielen (3-1-3) und Nordischen Weltmeisterschaften (3-2-6) bilanziert Gottwald seine außergewöhnliche Karriere endgültig, wobei es ihm immer, aber noch vermehrt im zweiten Abschnitt, um den Genuss des Sports an sich gegangen ist. Künftig wird Gottwald seine Erfahrungen in Seminaren und Vorträgen weitergeben, in der Therme Loipersdorf gibt es solche erste "Impulstage" schon ab 22. März. Dort möchte er den Menschen helfen, im Lärm des Alltags wieder den Kontakt zu sich selbst herzustellen.

Der Nordische Direktor des ÖSV, Hans Pum, bedankte sich beim Vorzeigesportler aus Salzburg. "Als Verband kann man einem Sportler wie dem Felix nur Danke sagen, wenn man so einen Sportler in der Gruppe hat, der den Sport so lebt und ein Vorbild für alle in allen Bereichen ist", lobte Pum den Gewinner von 23 Weltcupbewerben und österreichischen Rekord-Olympioniken. "Wenn man über die Nordische Kombination redet, redet man auch über den Felix."

Im Anschluss stand Gottwald, der seine erste Karriere im März 2007 beendet hatte und im Frühjahr 2009 einen "Neustart" gewagt hatte, der APA - Austria Presse Agentur noch für ein kurzes Interview zur Verfügung:

APA: Die Skilatten stehen fast schon im Eck, Sie verabschieden sich von ihrer letzten WM. Haben Sie keine sentimentalen Gefühle?

Gottwald: "Nein. Man ist doch schon lange in Oslo und man freut sich auf daheim. Die wichtigsten Sachen hat man erledigt, Gott sei Dank hat man Medaillen mit im Gepäck und vor allem Erfahrung mit im Herzen. Das ist das Schöne an der ganzen Sache. Wehmut war 2007 mehr als es jetzt ist, aber vielleicht kommt das ja noch nächstes Wochenende. Ich genieße im Moment noch, was ich tue und freue mich unglaublich auf das, was kommt."

APA: Waren die zwei Jahre jetzt noch schöner, als die 'erste' Karriere?

Gottwald: "Es waren Erfahrungen, die ich auf keinen Fall missen möchte. Ich bin froh, dass ich damals auf mein Gefühl gehorcht habe und die Entscheidung, noch einmal einzusteigen, durchgezogen habe. Ich habe es genossen. Es war immer wichtig, dass dieser Zugang der Freude und Gelassenheit bis zum Schluss aufrecht bleibt und das Genussprojekt bis zum Ende lebt. Das ist mir gelungen, darauf bin ich am meisten stolz."

APA: Hat man mit so vielen Erfolgen in einer Sportart, die nicht so gut bezahlt ist, eigentlich ausgesorgt?

Gottwald: "Ausgesorgt ist ja nie das Thema. Man braucht eine Beschäftigung, in der man aufgeht, wo man sich wohlfühlt und wirklich erfüllt ist. Das kann Materielles sowieso nie aufwiegen."

APA: Was macht der Felix Gottwald, wenn er nicht mehr langläuft oder eben Seminare halten wird?

Gottwald: "Er wird sich vor allem Zeit für sich und seine Liebsten nehmen. Das ist das, was eh am meisten auf der Strecke geblieben ist und wo man nie genug haben kann. Das hat Priorität, damit ich auch wieder Zeit für andere habe."

APA: Was kann man tun, damit die Nordische Kombination den Stellenwert bekommt, der ihr gebührt?

Gottwald: "Es wird im Hintergrund eh gearbeitet. Die WM hier war natürlich wichtig, dass das Bewusstsein dementsprechend sensibilisiert worden ist. Für mich ist es kurz- und mittelfristig einmal wichtig, dass ich aus dem Fahrwasser rauskomme und ich meinen Horizont erweitere. Ich gehe davon aus, dass da fähige Leute ans Ruder kommen, die aus der Kombination wirklich das machen, was sie schon lange verdient."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel