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ÖSV-Cheftrainer Baard Jörgen Elden © APA (Gindl)

Baard Jörgen Elden atmete erleichtert durch, genoss die Siegerehrung und die Medaillenfeier nach dem zweiten Team-WM-Gold der

Baard Jörgen Elden atmete erleichtert durch, genoss die Siegerehrung und die Medaillenfeier nach dem zweiten Team-WM-Gold der Nordischen Kombinierer des ÖSV. "Diese zehn Tage waren sehr hart, jetzt fällt die Spannung ab", sagte der ÖSV-Cheftrainer am Freitagabend in Oslo. Der Norweger fühlt sich wohl im ÖSV-Team, kann sich eine weitere Tätigkeit vorstellen.

Auch nach dem Karriereende von Felix Gottwald müsse einem vor der Zukunft nicht bang sein. "Das war erst der Anfang, das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft." Die richtige Mischung macht's aus in der Nordischen Kombination. Nicht nur bei den Athleten, die eine optimale Balance zwischen Springen und Langlauf finden sollen, sondern auch bei den Trainern. Elden harmoniert ausgezeichnet mit Sprungcoach Falko Krismayr - in den zwei vergangenen Jahren wurde das Duo durch Trainer Günther Chromecek ergänzt, der mit den erfahrenen Athleten Gottwald und David Kreiner auf andere Art arbeitete, mit mehr Freiräumen und Augenmerk auf Intuition. Diese kleine Gruppe zerfällt nach Gottwalds Abschied. "Wir werden natürlich trachten, dass wir Chromecek bei uns halten", erklärte Sportdirektor Hans Pum.

Der erfolgreichste Athlet beendet seine Karriere, Wilhelm Denifl überlegt noch, aber ansonsten dürfte sich im Kombinierer-Team nicht viel ändern. Denn Mario Stecher hat noch am Freitagabend bekräftigt, dass er seine Laufbahn vorerst einmal um eine Saison verlängern wird. Der 35-jährige Gottwald sah seinen Abschied auch als Chance für die Jüngeren. "Es wäre wichtig, dass sie auf den freien Platz nachrücken, sie sollen den Sog ausnützen."

Im Schatten des Gold-Quartetts von Olympia 2010 und Oslo stehen einige Athleten, die bereits Top-Ten-Ergebnisse im Weltcup erreicht haben. Tobias Kammerlander (24) hat in Oslo als Ersatzmann wertvolle Erfahrungen gesammelt, Lukas Klapfer (25) und Tomaz Druml (22) haben im WM-Winter im Springen den Anschluss an die Spitze nicht geschafft. "Ich habe Ideen, wo man ansetzen muss, damit bei ihnen das Springen besser wird. Da bin ich zuversichtlich", erklärte Krismayr.

Gottwald geht, doch seine Rennski bleiben zum Glück im Fundus des Teams. Denn sie waren auch bei den schwierigen Schneebedingungen in Oslo heiß begehrt. Mehr als hundert Paar Langlaufski seien vor der WM zur Auswahl gestanden, aber nur drei hätten sich auf dem teils schmutzigen Altschnee auf dem Holmenkollen als wirklich schnell erwiesen, sagte Martin Pfurtscheller, der seit dieser Saison Chef der Skipräparierung bei den Kombinierern ist und da besonders Gottwald betreut hat.

"Wir haben den Biathlon-Standard zu den Kombinierern gebracht und sind damit sehr gut gefahren", erklärte der Tiroler. "Über die Saison gesehen hatten wir die besten Ski aller Nationen." Ermöglicht wurde diese Maßnahme durch die von Präsident Peter Schröcksnadel initiierte Umstrukturierung im ÖSV im vergangenen Frühjahr. "Das war ein wesentlicher Punkt. Die Abteilung, die unser Material bearbeitet, hat enorm viel gebracht. Das war ein Riesenschritt nach vorne", bestätigte der Sportliche Leiter Ernst Vettori.

Auf dem Holmenkollen war der Druck auf das Service-Team groß. "In den zwei Einzelbewerben hatten immer zwei Athleten sehr gute Ski", sagte Pfurtscheller. Das waren leider jene, die nach dem Springen nicht optimal positioniert waren. Mario Stecher war im Großschanzen-Bewerb, in dem er nach dem Springen Zehnter mit Medaillenchance war, einer davon. Wenn der Ski von Haus aus nicht optimal sei, könne man diese Situation mit dem Wachs nur etwas korrigieren, aber niemals kaschieren, sagte der frühere Biathlet Pfurtscheller.

Die Teambewerbe hat man mit drei Paar Ski dafür perfekt hinbekommen. "Der Freitag war richtig hart, da war wichtig, dass alles aufgeht, denn die Deutschen hatten immer perfektes Material", erklärte der Chef des Serviceteams. Auf dem Weg zum zweiten Gold erwies sich Felix Gottwald, der beste Läufer, einmal mehr auch als "Teamplayer": Er überließ die besten Ski den Kollegen Bernhard Gruber und Stecher. "Ich bekomme das auch so hin", versprach er vor dem 5-km-Bewerb und lief einmal mehr die schnellste Zeit.

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