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Pointner mit dem mehrfach vergoldeten Springerteam © APA (Gindl)

Es war einer der eindrucksvollsten Erfolgsläufe einer österreichischen Mannschaft bei einem Großereignis. Österreichs

Es war einer der eindrucksvollsten Erfolgsläufe einer österreichischen Mannschaft bei einem Großereignis. Österreichs Skispringer haben ausgerechnet im Nordischen Mekka auf dem Holmenkollen nach dem ersten Damen-Gold durch Daniela Iraschko bei den Herren den "WM-Slam" geschafft. Alle vier Herren-Weltmeistertitel der WM 2011 in Oslo gingen an Österreich, dazu gab es auch noch zweimal Silber.

Einmal mehr haben die Athleten von ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner Geschichte geschrieben. "Ich bin unwahrscheinlich glücklich. Jetzt kann man das einmal genießen und richtig annehmen", freute sich Pointner im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur. Schon vor der WM habe er gesagt, man könne Medaillen in allen vier Bewerben erhoffen, aber nicht erwarten. Und auch das Zählen von Medaillen habe während Titelkämpfen keinen Sinn. "Aber jetzt kann man schauen, was haben wir da vollbracht, was haben die Athleten für ein Werk auf den Holmenkollen gezaubert?"

Natürlich ist auch dem gebürtigen Oberösterreicher bewusst, dass die Triple-Weltmeister Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer und die Doppel-Weltmeister Andreas Kofler und Martin Koch österreichische Sportgeschichte geschrieben haben. "Das wird für einige Zeit einmalig sein und einmalig bleiben, dass wir gerade im Mekka des Nordischen Skisports Geschichte schreiben. Das wird sicherlich noch Jahrzehnte danach etwas Besonderes sein."

Und wieder haben die österreichischen Skispringer ihre in diesem Sport wohl bisher einzigartige Dominanz eindrucksvoll untermauert. Keine Rede von "eine WM hat eigene Gesetze" wie man es sonst immer hört. Ein ausgezeichnetes Erfolgsmanagement hat diesen neuerlichen Triumph erst möglich gemacht, denn die Selbstverständlichkeit, mit der Morgenstern, Schlierenzauer und Co. ihre Siege einfahren, ist eben nicht selbstverständlich.

Das zeigte sich am Samstag in ihrem letzten WM-Bewerb, als der Wind so stark war, dass man nach einem Durchgang abbrechen musste. Die Slowenen, denen man zuvor keine Medaille zugetraut hatte, verdrängten Deutschland knapp von Platz drei. Die Österreicher wankten nur kurz, als Martin Koch bei schlechten Verhältnissen bei 118,5 Metern landete. Dann zeigten aber Andreas Kofler und Thomas Morgenstern mit 141 und 140,5 Metern ihre enorme Nervenstärke.

"Gerade bei schwierigen Verhältnissen ist es keine 'gmähte Wiesn', man hat bei den Deutschen gesehen, wie schnell es geht. Man hat sich keinen Fehler erlauben dürfen", weiß Pointner. Dennoch: Nach all den Erfolgen der vergangenen Jahre haben sich die "Superadler" des ÖSV noch einmal selbst übertroffen. "Das ist das Schöne. Jahr für Jahr sagt man, die Latte ist so hoch. Wir schaffen es aber, nicht Gold und Siegen nachzujagen."

Angst, dass die jahrelange Überlegenheit den Sport langweilig machen könnte, hat Pointner nicht. "Es gibt immer Schwankungen. Es wird trotzdem auch keinem fad, gegen uns anzutreten und die anderen werden auch alles dazu tun, uns das Leben nicht so leicht zu machen." Wichtig sind Strategien, um mit den Erfolgen und dem Erwartungsdruck umzugehen. "Sonst wird man irgendwann zerbrechen an dem Ganzen."

In Österreich haben die Springer, gemeinsam mit den dramatischen zwei Siegen der Kombinierer-Mannschaft, den Nordischen jedenfalls viel Freude bereitet. "Die Öffentlichkeit hat sicher zu Hause mitgefiebert. Ich glaube auch, dass die Leute großen Respekt vor unseren Athleten haben. Auch wenn es nicht so läuft. Bei dieser Mannschaft sind es aber nicht nur die Erfolge - sie hat auch abseits der Schanze viel zu bieten."

Die vierfache vergoldete Mannschaft ist Sonntagnachmittag nach Hause geflogen, nur, um am Donnerstag zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen nach Skandinavien zurückzukehren. Vor der WM war ja Vikersund ein Weltcup-Schauplatz gewesen. Pointner möchte seine Stars auch bei den ausständigen Weltcups in Lahti und Planica komplett versammeln. "Ich glaube, dass jeder mitfährt. Man kann es jetzt ganz anders genießen, es ist Unwahrscheinliches vollbracht worden." Auch außerhalb von Österreich habe man viele Fans. "Es wäre denen gegenüber auch nicht fair, wenn wir sagen, wir bleiben alle daheim."

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