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Gattuso jubelt, warnt aber vor zu viel Euphorie © APA (epa)

Zehn Runden vor Ende der italienischen Fußball-Liga greift der AC Milan schon nach dem Meistertitel und stürzt Juventus in die

Zehn Runden vor Ende der italienischen Fußball-Liga greift der AC Milan schon nach dem Meistertitel und stürzt Juventus in die Misere. Mit einem 1:0 beim desolaten Rekordmeister aus Turin hielt Milan am Samstagabend Titelverteidiger Inter Mailand auf Distanz. "Juve" befindet sich hingegen als Tabellensiebter nach der dritten Niederlage in Serie im freien Fall.

Die "Tifosi" beschimpften ihre kraft- und mutlose Mannschaft und forderten mit Sprechchören den Rauswurf von Trainer Luigi Del Neri. Auch Italiens Gazetten haben sich mittlerweile auf Del Neri eingeschossen. Der ehemalige Juve-Star Gianluca Vialli soll als Retter kommen. "Ruft Vialli an!", schrieb die Turiner Sporttageszeitung "Tuttosport" in fetten Lettern auf ihrer Titelseite. Freiwillig will der zum Sündenbock erkorene Coach nicht gehen: "Ich gebe nicht auf", betonte der 60-Jährige.

Wie lange Juve ihn noch hält, ist fraglich, auch wenn Sportdirektor Beppe Marotta am Wochenende die branchenüblichen Treueschwüre bemühte und immer wieder betonte: "Del Neri steht nicht zur Debatte." Schuld an der Misere trügen auch der Club und die Spieler. Mit Juve bangen mit Marcel Büchel und Alexander Manninger auch zwei bei der "Alten Dame" engagierte Österreicher. Der 19-jährige Büchel saß beim 0:1 wieder einmal auf der Ersatzbank, Manninger stand nach der Rückkehr von Gianluigi Buffon ins Tor nicht im Kader.

Während Juve Krisenmanagement betrieb, versuchten die Milan-Verantwortlichen die Titel-Euphorie zu dämpfen. "Das war noch nicht der Scudetto", warnte Gennaro Gattuso, der in der 68. Minute das Siegtor erzielt hatte. Für den Mittelfeldkämpfer war es in seiner 14. Saison in der Serie A erst der achte Treffer. Tatsächlich wirkt Milan zu souverän, um die Meisterschaft noch zu verspielen. "Wir haben keinen einzigen Torschuss zugelassen", war Trainer Massimiliano Allegri selbst von seinem "Grande Milan" beeindruckt.

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