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Gandler sieht für ÖSV-Athleten viel Luft nach oben © APA (Parigger)

Die österreichischen Biathlon-Herren stehen nach zwei von vier WM-Einzelbewerben noch ohne Spitzenplatz da. Ihr Sportlicher

Die österreichischen Biathlon-Herren stehen nach zwei von vier WM-Einzelbewerben noch ohne Spitzenplatz da. Ihr Sportlicher Leiter Markus Gandler glaubt trotz des schwachen Auftaktes aber noch fest an einen guten Ausgang der Titelkämpfe in Sibirien. Auch das zuvor ausgegebene Ziel einer Medaille hält er weiterhin für möglich.

"Wir haben uns alle sicher mehr erwartet, es läuft einfach noch nicht rund. Es ist aber nicht so, dass wir hoffnungslos weg sind. Es ist sicher noch viel mehr drinnen", sagte der ÖSV-Biathlonchef im Gespräch mit der APA in Chanty-Mansijsk. Auch bei der WM 2009 (3 Medaillen) habe man in Sprint und Verfolgung nicht überzeugt und erst danach zugeschlagen. "Wir sind auch damals immer besser in die Gänge gekommen. Ich gehe davon aus, dass es bereits im Einzel deutlich besser wird", sagte der Tiroler im Hinblick auf den 20-km-Bewerb am Dienstag.

Auch eine Medaille sei durchaus im Bereich des Möglichen, betonte der ehemalige Langläufer. "Wir waren auch im Weltcup am Podest, warum sollten wir es nicht auch hier wieder schaffen. Aber dafür muss alles passen", sagte Gandler. Passen müssten für einen Spitzenplatz zu allererst die Schießleistungen, diese waren am Sonntag bei Simon Eder (14. mit 3 Fehlern), Christoph Sumann (22./5) und Dominik Landertinger (46./5) einfach zu schlecht gewesen.

Im wegen der Einminutenstrafe pro Fehlschuss schießlastigen Einzelbewerb müssen die ÖSV-Athleten freilich fehlerfrei bleiben, zumal es auch in der Loipe bei keinem außer Sumann bisher gut gelaufen ist. "Wenn das Schießen passt, ist sicher was drinnen", war sich der Olympiazweite Sumann sicher. Auch Eder ist von einem Spitzenresultat überzeugt. "Ich hoffe, ich kann im Einzel noch was drauflegen. Dann kann ich sicher in die Top Ten laufen, vielleicht geht auch noch mehr", betonte der nach den Rängen 17 und 14 bisher noch am wenigsten enttäuschende Österreicher.

Das Sorgenkind im Team ist Massenstart-Titelverteidiger Dominik Landertinger. Der Tiroler blieb bisher mit Ergebnisse jenseits der 40 sogar ohne Weltcuppunkte. Damit steht er in der Einzelkonkurrenz doppelt unter Druck, denn ohne Spitzenergebnis darf der in dieser Saison wegen Krankheiten oft ausgefallene Weltmeister aufgrund seiner schlechten Platzierung im Gesamtweltcup gar nicht zur Titelverteidigung am Samstag antreten. In der Verfolgung habe es zumindest in der Loipe wieder etwas besser funktioniert, bekräftigte Landertinger. "Von meiner Normalform war ich allerdings noch weit entfernt", sagte der Hochfilzener, der aber schon im Einzel von einer deutlichen Steigerung ausgeht.

Mesotitsch (26. in der Verfolgung) ortete gegenüber dem Sprint ebenfalls eine leichte Aufwärtstendenz. "Ich habe mich schon wesentlich besser gefühlt. Ich muss nach der fünfwöchigen Pause einfach noch etwas Geduld haben", meinte der Kärntner. Mesotitsch ist mit seinem Sieg im Dezember in Pokljuka der einzige ÖSV-Saisongewinner. Der Routinier setzte sich auch damals im Einzelbewerb durch, zumindest das sollte ein gutes Omen für die erhoffte Trendwende im traditionsreichsten Biathlonbewerb sein.

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