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Arnautovic, Pizarro und Marin bejubeln ihren Sieg © APA (dpa)

Der Abstiegskampf der deutschen Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Werder Bremen scheint die Zeichen der Zeit gerade noch

Der Abstiegskampf der deutschen Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Werder Bremen scheint die Zeichen der Zeit gerade noch rechtzeitig erkannt zu haben. Die Werderaner demonstrierten beim 3:1-Sieg am Sonntag in Freiburg ein neues "Wir-Gefühl" - mittendrin die ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl und Marko Arnautovic, für den Trainer Thomas Schaaf nach seiner Einwechslung sogar Sonderlob parat hatte.

Arnautovic war in der 59. Minute gemeinsam mit Wirbelwind Marko Marin aufs Feld gekommen. Das Duo sorgte im Finish mit dem 3:1, als Arnautovic Marin auf die Reise schickte, für die Entscheidung. "Es war gut, wie sich beide nach der Einwechslung präsentiert haben. Sie sind sehr präsent und ein belebendes Element, wenn sie ins Spiel kommen", meinte Schaaf.

Zum zweiten Mal in Folge hatte Arnautovic mit der Ersatzbank vorlieb nehmen müssen, während sein Landsmann Prödl von Beginn an verteidigte. Schaaf sieht das aber nicht als erzieherische Maßnahme für den launischen Offensivspieler. Es sei entscheidend, auch im Spielverlauf noch einmal nachlegen zu können, betonte der Bremer Coach. Dennoch hofft er, dass Arnautovic mit der Reservistenrolle auch ein bisschen unglücklich ist. "Das ist nämlich immer auch ein Antrieb, es besser zu machen", erklärte Schaaf.

Beliebt machte sich Arnautovic nach dem 1:0 durch Sandro Wagner mit einem 50-Meter-Sprint von der Ersatzbank zur Eckfahne, um mit seinem Sturm-Konkurrenten zu jubeln - für deutsche Medien ein Sinnbild für das neue Zusammengehörigkeitsgefühl, das bei Werder im Abstiegskampf Einzug gehalten hat. "Sandro hat lange auf sein Tor gewartet. Wir haben uns im Hotel ein Zimmer geteilt und ich habe mich einfach sehr für ihn gefreut", erklärte der Wiener, der selbst seit 28. August auf einen Ligatreffer wartet.

Im Kampf um den Klassenerhalt sieht es für Werder nach dem ersten Sieg in sieben Ligaspielen wieder deutlich besser aus. Als 14. liegen die Bremer drei Punkte vor dem 16. VfB Stuttgart. Weiter vorne machte der FSV Mainz mit einem 4:2 (0:1) in Hamburg einen großen Schritt in Richtung internationales Geschäft. Sechs Punkte liegt der Tabellenvierte vor dem siebentplatzierten HSV.

Während Christian Fuchs nach einer leichten Erkrankung dafür Verständnis zeigte, von Mainz-Trainer Thomas Tuchel erst in der Schlussphase eingewechselt worden zu sein, gab sich Andreas Ivanschitz nach seiner Auswechslung zur Pause "sehr verwundert und überrascht". Der ehemalige ÖFB-Teamkapitän war zum zweiten Mal in Folge in der Startformation gestanden. Das Fachmagazin "kicker" bedachte ihn mit der Note drei.

In den beiden kommenden Runden treffen die Mainzer zu Hause auf den Tabellenzweiten Leverkusen und auswärts auf den überlegenen Spitzenreiter Dortmund. "Das sind echte Gradmesser. Nach diesen Spielen werden wir wissen, wohin die Reise geht", meinte Ivanschitz. Das Ziel heißt Europa.

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