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Insgesamt acht Personen angeklagt © APA (Archiv/Hochmuth)

Ab Donnerstag wird sich Hannes Kartnig im Grazer Straflandesgericht vor einem Schöffensenat verantworten müssen. Neben dem

Ab Donnerstag wird sich Hannes Kartnig im Grazer Straflandesgericht vor einem Schöffensenat verantworten müssen. Neben dem ehemaligen Präsidenten des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz werden sieben weitere Beschuldigte auf der Anklagebank sitzen. Kartnig werden schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Abgabenhinterziehung vorgeworfen.

Die Angeklagten, darunter der frühere Sportdirektor Heinz Schilcher sowie Mitglieder des früheren Vorstandes, und ihre Verteidiger werden sich im technisch aufgerüsteten Großen Schwurgerichtssaal einfinden. In der 244 Seiten umfassenden Anklage wird den acht Beschuldigten unter anderem vorgeworfen, Finanzabgaben nicht bezahlt zu haben, Eintrittskartenabrechnungen manipuliert und zu teure Spieler verpflichtet zu haben.

Der größte Teil der Anklage - rund 200 Seiten - beschäftigt sich mit dem Finanzvergehen. Die Angaben stützen sich auf das Gutachten von Fritz Kleiner, der diesen Schaden mit rund 8,5 Mio. Euro bezifferte. Nach Meinung des Sachverständigen war der SK Sturm Graz bereits Ende Juni 2002 zahlungsunfähig. Doch Kartnig reagierte damals nicht, sondern führte den Betrieb weiter wie gehabt und kaufte sogar weiter teure Spieler. Die Konkurseröffnung erfolgte schließlich am 23. Oktober 2006.

Ein weiterer Vorwurf ist der schwere Betrug, und zwar einerseits in Zusammenhang mit der Verkürzung von Eintrittskartenerlösen und andererseits zum Nachteil des Landes Steiermark. Kartnig soll die Einkünfte aus dem Kartenverkauf manipuliert haben, um die Vereinsabgaben an die Bundesliga und an den Steirischen Fußballverband zu minimieren. Dadurch soll für die Bundesliga ein Schaden von fast 53.000 Euro entstanden sein, dem Steirischen Verband entgingen laut Anklage rund 25.000 Euro. Das Land Steiermark wiederum fiel um eine Ausfallhaftung in der Höhe von 1,2 Mio. Euro um, da der Verein die Kredite, für die die Ausfallhaftung gegeben worden war, nicht zurückzahlen konnte.

Der Richter setzte vorläufig 21 Verhandlungstage bis Ende Mai im Großen Schwurgerichtssaal an, Beginn ist immer um 9.00 Uhr. Ein Urteil wird es frühestens Ende Juni geben. Bisher sind mehr als 40 Zeugen geladen, weitere Anträge der Anwälte werden erwartet.

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