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Wenger und Van Persie gegen Schiedsrichter Busacca © APA (epa)

Auch ein konsequentes Rückzugsgefecht Arsenals hat am Dienstag nicht gereicht, um den FC Barcelona in die Knie zu zwingen. In

Auch ein konsequentes Rückzugsgefecht Arsenals hat am Dienstag nicht gereicht, um den FC Barcelona in die Knie zu zwingen. In eindrucksvoller, dominanter Manier und dank zweier Tore eines wieder einmal überragenden Lionel Messi schlugen die Spanier den Gegner 3:1 und zogen ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League ein.

Die "Gunners", allen voran Trainer Arsene Wenger, bewunderten freilich weniger die Spielkultur der Katalanen, sondern beweinten vor allem den Ausschluss von Stürmer Robin van Persie. "Das hat uns das Spiel gekostet", monierte Wenger. Er beklagte sich bei Schiedsrichter Massimo Busacca nicht nur direkt nach dem Abpfiff, sondern auch eine Stunde später vor der Umkleidekabine bitterlich.

Der Schweizer Unparteiische hatte Van Persie in der 56. Minute mit der zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt, weil dieser noch rund eine Sekunde nach dem Abseitspfiff einen Schuss abgegeben hatte. "Wie kann man ein Fußballspiel so umbringen?", fragte Wenger rhetorisch. Denn der Franzose war vom Erfolg überzeugt. "Wir sind in der ersten Hälfte dominiert worden. Dann aber gab es mehr Platz, und ich wusste, dass wir so wie im Hinspiel ins Match kommen würden. Und ich bin überzeugt, wir hätten gewonnen."

Van Persie bemühte das Wort "Witz" gleich mehrere Male. "Die Rote Karte war ein totaler Witz. Wie kann ich den Pfiff hören, wenn 95.000 Leute aufspringen? Er (Busacca, Anm.) war den ganzen Abend über ein Witz, wie er gegen uns gepfiffen hat. Ich weiß nicht, warum er hier ist, er ist ein Witz", sagte der Niederländer, der selbst kaum in Erscheinung trat.

"Barca"-Coach Pep Guardiola machte sich über das Wehklagen auf seine Art lustig. "Wenger sagte mir, ich solle dem Schiedsrichter gratulieren. Das konnte ich aber nicht, weil ich ihn nicht getroffen habe", sagte der 40-Jährige - und verwies auf das Unvermögen der Gäste: "Arsenal hat keine drei Pässe in Folge geschafft."

So scharf die Engländer nach dem Ende auch gegen Busacca schossen, während des Spiels schwiegen die Kanonen der "Gunners". Ballbesitz 68 zu 32 Prozent für "Barca", kein einziger Schuss auf den Kasten der Gastgeber, zehn auf jenen der Engländer, die sich beim zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 auf ein Eigentor von Busquets verlassen mussten. "Wir haben ein fantastisches Spiel gegen sowohl elf als auch zehn Gegenspieler gemacht. Über beide Spiele waren wir die bessere Mannschaft", sagte Guardiola.

Neben Arsenal verabschiedete sich mit der AS Roma ein weiteres prominentes Team. Der 2:3-Heimpleite gegen Schachtjor Donezk folgte am Dienstag eine 0:3-Ohrfeige in der Fremde, erstmals in der Vereinsgeschichte machte der Club von Oligarch Rinat Achmetow den Schritt ins Viertelfinale der Königsklasse. Erstmals seit Dynamo Kiew 1999 kam ein ukrainisches Team unter die besten Acht. Kiew war damals erst im Halbfinale an Bayern München gescheitert.

Roma hatte sich unter Neo-Coach Vincenzo Montella eine Trendwende erhofft, erlebte nach Beginn aber eine wahre Horror-Hälfte. 0:1 nach 18 Minuten, ein verschossener Elfer und Gelb-Rot in der 41. Minute. "Wir haben ein gutes Spiel hingelegt, es aber erneut nur zu zehnt beendet, und wir hatten ein paar Spieler, die Gelb für vermeidbare Fouls kassiert haben", sagte Montella. Unglücksschütze Marco Borriello, der in der 28. Minute beim Strafstoß scheiterte, entschuldigte sich. "Ich nehme die Verantwortung auf mich. Ich wollte den Elfer schießen, er hätte das Spiel verändern können."

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