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Die Plätze hinter der Anklagebank füllten sich © APA (Leodolter)

Anpfiff zum längsten Match in der Ära des SK Sturm Graz: Die Zuschauerränge im Schwurgerichtssaal des Grazer

Anpfiff zum längsten Match in der Ära des SK Sturm Graz: Die Zuschauerränge im Schwurgerichtssaal des Grazer Straflandesgerichts waren am Donnerstag voll besetzt, das Medieninteresse wohl so groß wie bei Sturms Champions League-Spielen vergangener Tage.

Doch statt Trikots und Bällen stapelten sich Umzugskartons voll mit Akten. Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig sowie sieben weitere Beschuldigte nahmen kurz nach 9.00 Uhr auf der Anklagebank Platz.

Schon eine Stunde vor Prozessbeginn stellte sich eine Schlange von Schaulustigen und Medienvertretern am Gerichtseingang zur Sicherheitskontrolle an. Zig Kameraleute und Fotografen rüsteten sich, um die besten Bilder zu bekommen.

Als der Saal um 8.20 Uhr geöffnet wurde, setzten sich gleich ein Dutzend Besucher auf die Plätze, Medienvertreter warteten in der Zwischenzeit auf die Ankunft der Beschuldigten. Gegen 8.35 Uhr kam schließlich Kartnig als einziger durch den Vordereingang und stellte sich den Kameras.

In Begleitung von Blitzlichtgewitter suchte der ehemalige Präsident des Fußball-Bundesligisten seinen Weg in den Gerichtssaal. Auf die Frage wie es ihm gehe, meinte er nur knapp: "Nicht gut." Immer mehr Besucher drängten auf die Plätze - darunter sogar eine ältere Dame mit Gehhilfe.

Eine etwa 55-jährige Grazerin wartete auf Bekannte, gemeinsam wollten sie sich den Prozess ansehen: "Ich kenne einige Angeklagte und wir haben den Fußball in der Familie," meinte die Frau. Zum Ausgang der Verhandlung meinte sie: "Wir werden schon sehen was raus kommt, ich werde jedenfalls öfter kommen, wenn es die Zeit zulässt."

Schon genauere Vorstellungen über den Ausgang des Prozesses hatte ein etwa 40-jähriger Grazer Fußballfan: "Ich hoffe auf eine gerechte Strafe für Kartnig. Er muss sitzen gehen, eine Geldstrafe reicht nicht." Dann setzte auch er sich auf einen der letzten freien Sessel im Zuschauerraum des Schwurgerichtssaals, der in den vergangenen Tagen komplett digital aufgerüstet worden war. Flachbildfernseher und Monitore säumten die Tische der Verhandlungsparteien. Links und rechts von ihnen stapelten sich die 66 Umzugskartons, in denen alle Akten zur Causa verstaut wurden.

Während zusätzliche Stühle auf die Seite der Ankläger herangeschafft werden mussten, stellte sich Kartnig weiter den Medienleuten. Kurz vor 9.00 Uhr füllten sich dann auch die Plätze der Staatsanwaltschaft, Privatbeteiligten und des Gutachters, der gleich mehrere Ordner voll mit Unterlagen mitbrachte und schlichtete.

Um 9.05 Uhr kamen schließlich auch die übrigen Angeklagten durch die Hintertür in den Saal. Kartnig begrüßte sie noch per Händedruck, bevor Richter Karl Buchgraber den Prozess eröffnete.

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