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Debütant Tottenham auf Anhieb im Viertelfinale © APA (epa)

Der AC Milan hat seine Durststrecke im internationalen Fußball um ein weiteres Jahr verlängert. Der siebenfache Gewinner der

Der AC Milan hat seine Durststrecke im internationalen Fußball um ein weiteres Jahr verlängert. Der siebenfache Gewinner der wertvollsten Club-Trophäe Europas kam am Mittwochabend an der White Hart Lane gegen Tottenham Hotspur über einen 0:0 nicht hinaus und musste wie 2008 (Arsenal) und 2010 (Manchester United) schon im Achtelfinale der Champions League gegen Engländer Abschied nehmen.

Durch das 1:0 im San Siro gelang den Londonern Historisches. Auf Anhieb steht der CL-Debütant im Viertelfinale. Dieses wird am 18. März am UEFA-Sitz in Nyon (12.00 Uhr) ausgelost. Im Topf für die Zeremonie befindet sich neben Tottenham auch noch der FC Schalke 04, der am selben Abend mit dem 3:1-Heimsieg über Valencia CF (Hinspiel 1:1) zum zweiten Mal nach 2008 die Runde der letzten acht erreicht hat. Bereits am Dienstag hatten sich Favorit FC Barcelona (gegen Arsenal) und Schachtjor Donezk (AS Roma) qualifiziert. Die restlichen vier Aufsteiger werden kommenden Dienstag und Mittwoch ermittelt.

Rund 24 Stunden nach dem K.o. Arsenals durfte in Englands Hauptstadt doch gejubelt werden. Die "Heißsporne", die über weite Strecken den Rossoneri das Spiel hatten überlassen müssen, freuten sich über Historisches. Sie drangen erstmals seit dem Meistercup-Semifinale 1962 ins Viertelfinale der Königsklasse des europäischen Fußballs vor. "Das ist ein großer Abend für die Spieler und die Fans - ein Glanzpunkt für den Verein. Es ist ein Traum. Vor zwei Jahren hätte das niemand geglaubt", jubelte Trainer Harry Redknapp.

Die Partie war jedoch nichts für seine Nerven gewesen, weil das Mittelfeld des Gegners - und da vor allem Clarence Seedorf, der nach dem Abpfiff seine Tränen nicht verbarg - über weite Strecken den Ton angegeben hatten. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Ich habe den Abend genossen, nicht aber die 90 Minuten. Man schaut alle paar Sekunden auf die Uhr und hofft, dass die 90 Minuten bald abgelaufen sind", gestand Redknapp, dessen Schützlinge in der Gruppenphase u.a. Titelverteidiger Inter Mailand (3:1) bezwungen hatten.

Dass momentan wohl keiner gegen Barcelona spielen wolle, sei klar. "Was auch immer das Los bringt, es ist fantastisch im Viertelfinale zu sein", gestand der Tottenham-Coach, dessen Widerpart mit dem Schicksal haderte. "Ich bin sehr, sehr enttäuscht. Uns hat nur ein Tor gefehlt. Vielleicht hätte es Filippo Inzaghi gemacht, den wir natürlich vermissen", sagte Massimiliano Allegri.

Er rief in seiner Analyse das Hinspiel in Erinnerung: "Da haben wir kurz vor dem Ende bei einem Konter einen schweren Fehler begangen." Diesen hatte Peter Crouch zum Goldtor genützt. Der italienische Tabellenführer, der nun den Scudetto in der Serie A im Visier hat, erhielt von Zeitungen in der Heimat Trost. "Bye Bye Milan - die Besseren sind draußen", schrieb etwa "Gazzetta dello Sport" und "Tuttosport" wählte als Titel: "Milan weint!"

Wie in London herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit am Mittwoch auch in Gelsenkirchen, wo der FC Schalke 04 trotz des bekanntgewordenen vorzeitigen Abschieds von Trainer Felix Magath und eines 0:1-Rückstands im Rückspiel gegen Valencia durch ein 3:1 (1:1) aufstieg. "Wir haben das Ergebnis aus dem Hinspiel (1:1) doch am Anfang etwas als Belastung empfunden, denn wir waren nicht so aggressiv wie gewohnt. Erst nach dem 0:1 lief es besser. Ich merke in dieser Saison, K.o.-Spiele liegen uns", sagte Magath.

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