vergrößernverkleinern
Ivica Kostelic darf mit der Saison zufrieden sein © APA (epa)

Ivica Kostelic hat die Familiengeschichte fortgesetzt. Nach den Gesamtweltcupsiegen seiner Schwester Janica 2001, 2003 und 2006

Ivica Kostelic hat die Familiengeschichte fortgesetzt. Nach den Gesamtweltcupsiegen seiner Schwester Janica 2001, 2003 und 2006 hat sich der 31-jährige Skirennläufer in diesem Winter erstmals die große Kristallkugel geholt. Nie hat er einen Hehl daraus gemacht, dass dies das Größe sei, das ein Skirennläufer erreichen könne.

"Das ist der größte Preis", meinte der Gewinner von drei Olympia- und zwei WM-Medaillen voll Stolz. Den Grundstein zum Erfolg gelegt hat Kostelic mit einem Super-Jänner, in dem er in 14 Rennen sieben Siege gefeiert und 999 Punkte geholt hatte.

Die kroatische Alpinskimannschaft ist immer schon klein gewesen. Und in ihrem Mittelpunkt stand stets die Familie Kostelic. 1998 war der Clan erstmals im Skiweltcup aufgetaucht. Begleitet von Geschichten über rigorose Trainingsmethoden unter Vater Ante Kostelic, einem ehemaligen Handballer. Die damals erst 16-jährige Janica startete von Beginn an durch wie eine Rakete, der Rest ist Geschichte. Drei große Kristallkugeln, fünf Weltmeistertitel und vier Olympia-Goldene machten sie zur kroatischen Nationalheldin.

Erst knapp drei Jahre nach Janica gewann Ivica im November 2001 mit dem Slalom in Aspen sein erstes Weltcup-Rennen und nach Erfolgen wie dem Slalom-Weltmeistertitel 2003 verhinderten immer wieder Knieverletzungen, dass er aus dem Schatten seiner berühmten Schwester treten konnte. Im Frühjahr 2007 trat Janica nach einer einjährigen Auszeit mit nur 25 Jahren zurück, Verletzungen und Krankheiten hatten ihren Tribut gefordert. Seitdem unterstützt sie ihren Bruder. "Sie kennt mich so gut, dass sie manchmal besser weiß, was für mich gut ist und was nicht. Sie ist so positiv, aber gleichzeitig auch realistisch", erläuterte Ivica Kostelic.

18 Weltcuprennen hat der Kroate bisher gewonnen, elf Slaloms, fünf Kombination, einen Super-G und ein Parallel-Event. Erfolge in Abfahrt und Riesentorlauf fehlen ihm noch. Seine Schwester hat ihm Siege in allen Disziplinen (außer Parallel/gab es zur ihrer Zeit nicht) voraus, 20 Mal stand sie ganz oben. Und so mangelt es jetzt auch Ivica nicht an Ansporn für die weitere Laufbahn. "Ziele fehlen nie in der sportlicher Karriere. Es gibt immer etwas zu erreichen - Podestplätze in allen fünf Disziplinen, Siege in allen fünf, Olympia-Gold und so weiter", meinte der Hobby-Gitarrist und leidenschaftliche Taucher aus Zagreb, dem in den vergangenen Jahren verstärkt auch Rückenprobleme behindert hatten.

Bei Olympia hat der Fischer-Pilot Silbermedaillen 2006 in Turin in der Kombi sowie 2010 in Vancouver in der Kombi und im Slalom gewonnen. Bei der WM im Februar in Garmisch-Partenkirchen sicherte er sich auf der eisigen und schlagigen Kandahar Bronze im Super-G. Danach hatte er gemeint: "Das war das schwierigste Rennen, das ich jemals bestritten habe. Das war am Limit für den menschlichen Körper." Als Konsequenz nahm er sich eine Auszeit und lieferte folgende Begründung. "Der Weltcup hat Priorität für mich. Ich sollte statt der WM-Rennen trainieren, um genug Kraft für den Rest der Saison zu haben."

Aufs Stockerl ist er in den Bewerben von Bansko, Kranjska Gora und Kvitfjell nicht mehr gekommen, aber der Punktepolster ist auch so groß genug gewesen, um den Kindheitstraum zu realisieren. "Davon habe ich viele Jahre geträumt und viele Jahre darum gekämpft. Ich bin voll Respekt für die Allrounder aufgewachsen. Meine Schwester hat den Weltcup drei Mal gewonnen, das war eine große Inspiration für mich. Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe, denn ich bin ja ein Slalomfahrer", meinte Kostelic, der auch noch um die kleine Kugel im Spezialweltcup kämpft. Jene für die Kombination hat er bereits in der Tasche.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel