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Freundinnen und Rivalinnen © APA (epa)

Die Nerven bei Maria Riesch liegen blank. Anstatt mit einem beruhigenden Vorsprung zum alpinen Ski-Weltcupfinale auf die

Die Nerven bei Maria Riesch liegen blank. Anstatt mit einem beruhigenden Vorsprung zum alpinen Ski-Weltcupfinale auf die Lenzerheide zu reisen, hat die Deutsche in Riesentorlauf (29.) und Slalom (Ausfall) in Spindlermühle (Tschechien) an Boden gegenüber ihrer US-Freundin Lindsey Vonn eingebüßt (Ränge 3 und 16) und für die verbleibenden vier Rennen in der Schweiz nur noch 23 Punkte Vorsprung.

Riesch hat zuletzt in den Rennen um die kleinen Kristallkugeln in Super-Kombination, Abfahrt und Super-G gegenüber Vonn das Nachsehen gehabt und in den vergangenen Tagen stets betont, dass ihr Hauptaugenmerk auf der großen Kugel liege. Doch auch da sieht es nun nicht mehr allzu rosig aus, scheint doch Vonn in einer besseren psychischen Verfassung zu sein. "Es war nicht mein Wochenende, es ist irgendwie gar nichts gelaufen", musste Riesch in Tschechien eingestehen.

Dass es längst nicht mehr nur eine Auseinandersetzung auf sportlicher Ebene ist, macht auch eine Äußerung von Riesch deutlich, die meinte, dass Vonn jetzt andere Skischuhe trage. "Was mit anderen Schuhen alles möglich ist", meinte sie. Auch das Wort "Verarschung" war gefallen. Vonn hat offiziell Schuhe von Head. Sollte sie Modelle eines anderen Ausrüsters verwenden, widerspricht das aber nicht dem Reglement des Ski-Weltverbandes. Riesch indes scheint es derart zu belasten, dass sie zuletzt die Konzentration nicht halten konnte.

"Ich wollte an Maria dranbleiben, aber dass ich so viele Punkte gutmachen kann. Das übertrifft meine Erwartungen, das zeigt, dass im Skisport alles passieren kann", meinte die 26-jährige Vonn, die von einem "fantastischen Wochenende" sprach. Auf der Lenzerheide könnte sie zum vierten Mal in ihrer Karriere und noch dazu in Folge den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Das würde Vonn auch für die verpatzen Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen entschädigen.

Mit dem Gesamtweltcup nichts zu tun haben Österreichs Ski-Damen. Eine kleine Kristallkugel im Slalom für Marlies Schild ist die Ausbeute in dieser mittelmäßigen Weltcup-Saison, die jedoch vom WM-Goldrausch in Bayern überstrahlt worden ist.

"Ich bin froh, in dieser Position zu sein, super Skifahren zu können und so schnell Skifahren zu können. Eigentlich möchte ich es nur genießen, dass es so ist und nicht darüber nachdenken, warum", sagte die Salzburgerin Schild, die sich am Samstag bei ihrem sechsten Weltcup-Saisonsieg wie bei der WM vor Landsfrau Kathrin Zettel durchgesetzt hatte. "Es ist nicht selbstverständlich nach meinen Verletzungen wieder gewinnen zu können, aber ich bin heute topfit und ich möchte nichts missen, was in meinem Leben passiert ist."

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