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Beckham hielt sich bei Tottenham fit © APA (epa)

Gefeiert, verehrt, vergöttert - als David Beckham im Sommer 2007 zu Los Angeles Galaxy in die Major League Soccer kam, schien

Gefeiert, verehrt, vergöttert - als David Beckham im Sommer 2007 zu Los Angeles Galaxy in die Major League Soccer kam, schien alles möglich. Amerika vibrierte im "Becks-Beat", Hollywood-Stars wie Tom Cruise und Katie Holmes saßen bei den Heimspielen auf der Tribüne und zur Auswärtspartie in New York pilgerten mehr als 66.000 Zuschauer ins Giants-Stadium.

Mittlerweile ist der Euphorie Fußball-Lethargie gefolgt. Wenn die MLS am Dienstag mit dem Spiel der Galaxy gegen die Seattle Sounders in die neue Saison startet, beginnt Beckhams "bye bye". Der Engländer geht ins letzte Spieljahr seines Fünfjahresvertrages, der ihm inklusive Prämien 250 Millionen Dollar (181 Mio. Euro) einbringt.

"Meine Fitness ist großartig", hatte Beckham betont, als er kürzlich in Kalifornien zur Arbeit antrat. Dass der 35-Jährige in Europa überwintert hat, war längst Normalität. In den beiden Vorjahren gab er beim AC Milan ein Intermezzo - das letzte endete vor zwölf Monaten mit einem Achillessehnen-Riss, kostete ihn die Teilnahme an der WM in Südafrika sowie das Gros der MLS-Saison.

Diesmal hielt sich Beckham seit dem 4. Jänner bei Tottenham Hotspur fit. Dort habe er "auf einem sehr hohen Niveau trainiert". Dass daraus nicht mehr wurde, lag am strikten Nein aus LA. Diesmal will Galaxy-Trainer Bruce Arena auf einen gesunden Beckham zurückgreifen. In seinen bisherigen vier Saisonen glänzte der Mittelfeldstar mehr in der Rolle als "Englischer Patient" denn auf dem Rasen. Von den 106 Pflichtspielen seit seinem Wechsel hat Beckham verletzungsbedingt nur 48 absolviert.

"Wenn er gesund war, hat er ziemlich gut gespielt und unserem Team geholfen. Obwohl Galaxy mit ihm noch keine Meisterschaft gewonnen hat, hatte er einen positiven Einfluss auf die Liga", meint Arena.

In punkto Zuschauer hat sich der der teuerste Import der US-Sportgeschichte kaum ausgezahlt. Zwar stieg der Schnitt bei Galaxy-Heimspielen von 20.813 (2006) auf 26.008 (2008) an, liegt mittlerweile mit 21.436 Fans jedoch fast wieder auf dem Niveau vor Beckhams Verpflichtung. Der Gesamtschnitt der Liga ist seit 2007 sogar leicht auf 16.675 Fans gesunken.

Andererseits hat Beckham ein Zeichen gesetzt, dass nicht mehr nur überalterte Stars in Amerika ihre letzten Karriere-Tage verbringen. Er kam als 32-Jähriger, der Franzose Thierry Henry kam im selben Alter im Sommer 2010 zu den New York Red Bulls. "David hat mich ermutigt, hier zu spielen", betonte Henry.

Wie viel Interesse Beckham noch am Fußball hat, weiß nur er selbst. Natürlich soll er nicht fehlen, wenn am 29. April in London Prinz William heiratet. Zumindest hat Beckham eine Einladung - zwei Tage später jedoch ein Auswärtsspiel gegen Dallas. Als er von "einem großen Jahr" sprach, meinte er zudem lediglich die Geburt seines vierten Kindes im Juni.

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