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Seit 2004 duellieren sich Cuche und Walchhofer © APA (Archiv/epa)

Seit der Saison 2004/2005 machen sich Michael Walchhofer und Didier Cuche den Abfahrtsweltcup untereinander aus. Jeder hat drei

Seit der Saison 2004/2005 machen sich Michael Walchhofer und Didier Cuche den Abfahrtsweltcup untereinander aus. Jeder hat drei kleine Kristallkugeln auf der Habenseite, beide holen am Mittwoch zum vierten Coup aus. Der Salzburger Walchhofer, der beim Finale in Lenzerheide die letzten Weltcuprennen seiner Karriere bestreitet, hat einen Bonus von 14 Zählern auf dem Konto und es damit selbst in der Hand.

Eine theoretische Chance hat auch noch Klaus Kröll mit dem Rückstand von 79 auf seinen Landsmann. Die Dramaturgie für die letzten Weltcup-Abfahrt in Walchhofers Laufbahn stimmt, genau so hat es sich der Gewinner von 19 Weltcupbewerben (14 Abfahrten, 3 Super-G, 2 Kombination) gewünscht. "Es geht um so viel. Und genau das war immer eine wichtige Sache für mich: Dabei zu sein bis zum Schluss und wirklich die Chance haben, um etwas Großes mitzufahren und nicht irgendwie als Randfigur dabei sein. Das taugt mir schon irrsinnig, dass ich das geschafft habe", sagte der 35-jährige Zauchenseer nach dem einzigen Training am Dienstag, in dem er Bestzeit aufgestellt hatte.

Kröll war an die zweite Stelle gekommen (0,21 Sekunden zurück), Cuche, der möglicherweise als Täuschmanöver für die Konkurrenz einen kleinen Gegenschwung in seine Fahrt eingebaut hatte, Fünfter geworden (0,61): "Es war nur ein Training, deshalb habe ich schon versucht, voll zu fokussieren, das ist mir ganz gut gelungen. Ich habe es ganz gut verstanden, den Ski auszulassen, wobei ich in der einen oder anderen Passage an der Linie sicher noch ein bisserl zu feilen habe", wusste der dreifache Familienvater Walchhofer, dass er im Rennen noch zulegen muss.

Er freute sich, die Umstellung auf die im Vergleich zu Kvitjfell vergangene Woche (Sieg und Platz drei) komplett anderen Schneeverhältnisse geschafft zu haben und schöpfte aus der Bestzeit viel Selbstvertrauen. "Gegenüber den anderen war das nicht so wichtig, aber für mich selbst, dass ich weiß, dass ich im Rennen vorne sein kann. Denn taktisch kann man das morgen nicht anlegen. Klaus hat gezeigt, dass er gewinnen kann, und Didier sowieso. Dadurch, dass es so eng ist, gibt es nur eines: versuchen, um den Sieg mitzufahren."

Rechnerisch gesehen hat der 36-jährige Cuche als Führender im Super-G-Weltcup die besseren Chancen, die kleine Kristallkugel einzuheimsen, jedoch hat der Eidgenosse natürlich auch die Abfahrt noch nicht aufgegeben. "Egal ob du Jäger oder Gejagter bist, du musst immer angreifen. Für die Zuschauer könnte es jedenfalls nicht besser sein", sprach er den knappen Punktestand an. Er verspüre eine gewisse Aufgeregtheit, teilte er im Zielraum mit.

Die Ausgangsposition für Kröll ist eine schwierige, er muss zumindest Erster oder Zweiter werden, gleichzeitig müssen Walchhofer und Cuche ordentlich patzen. "Die Chance lebt, ich kann nur positiv überraschen. Ich habe jedenfalls noch Reserven", meinte der Steirer. Auf eine gute Platzierung zum Saisonabschluss hofft Joachim Puchner (im Training Siebenter mit 1,20 Sek. Rückstand), der vergangenen Sonntag als Super-G-Dritter in Norwegen seinen ersten Weltcup-Stockerplatz errungen hat. Romed Baumann lag im Dienstagtraining exakt vier Sekunden zurück.

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