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Heuer kein Titel für die Startruppe © APA (epa)

"Was da am Ende passiert ist, war ein brutaler Stich ins bayrische Herz!" Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verstand am

"Was da am Ende passiert ist, war ein brutaler Stich ins bayrische Herz!" Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verstand am Dienstagabend die Fußballwelt nicht mehr. Der deutsche Rekordmeister, der nach dem 1:0 in San Siro, mit einer 2:1-Führung im Rückspiel und mit etlichen Chancen auf das 3:1 wie der Sieger gegen Inter Mailand ausgesehen hatte, ging durch ein spätes Tor zum 2:3 international k.o.

Ein Jahr nach dem verlorenen Champions-League-Finale (0:2) gegen die Italiener und wenige Wochen nach dem doppelten Aus auf nationaler Ebene (Liga und Cup) stehen die Bayern nun schon zum fünften Mal seit 2002 ohne Titel da. Wut, Frust, Leere - nach dem bitteren Ende herrschte an der Isar fassungsloses Entsetzen über die eigene Dummheit. "Das ist eine schwer verdauliche Niederlage. Jetzt müssen wir in der Bundesliga retten, was noch zu retten ist. Den dritten Platz zu erreichen, wird nicht leicht", meinte Rummenigge.

Der Ex-Teamspieler bekräftige, dass Louis van Gaal wie vereinbart bis Saisonende im Amt bleibt und die Qualifikation für die nächste Champions League schaffen soll. Auch der Trainer dachte nach dem Schlusspfiff nicht an Aufgabe. "Ich werde versuchen, die Mannschaft aus dem Loch zu holen", sagte der Niederländer. Seine Spieler hätten den Aufstieg deshalb verspielt, weil sie zu viel gewollt hätten. "Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen, aber wie schon so oft haben wir den Sieg vergeben."

Der Ärger entlud sich auch in gegenseitigen Schuldzuweisungen. "Alle sind enttäuscht, alle sind sauer, alle sind böse", erzählte Arjen Robben. Er empfand das Scheitern als "unglaublich" und fand dafür "keine Worte". "In der ersten Hälfte hätten wir 4:1 führen müssen, aber unser Defensive ist momentan für höhere Aufgaben nicht geeignet", befand der Flügelflitzer. Für Bastian Schweinsteiger war es "unfassbar", ausgeschieden zu sein. "Wir haben taktisch nicht gut gespielt, waren nicht kompakt genug", resümierte er.

Nach Meinung des DFB-Teamkickers lag es an fehlender Balance zwischen Abwehr und Angriff. Der K.o.-Schlag passe irgendwie in die Saison, gab Schweinsteiger zu. Als Sündebock musste am Ende Innenverteidiger Breno herhalten, der mit seinem amateurhaften Verhalten Goran Pandev in der 88. Minute den Siegestreffer des Titelverteidigers, des einzigen noch im Europacup-Rennen befindlichen italienischen Vertreters, ermöglicht hatte.

"Das war das wichtigste Tor meiner Karriere", sagte der 27-jährige Mazedonier, dessen Trainer Leonardo den Patzer von Torhüter Julio Cesar vor dem 1:1 schnell vergessen hatte und mit Freudentränen im Gesicht von einer "historischen Nacht" und einem "Treffer für die Madonna" sprach. Neben Pandev lobten Italiens Zeitungen auch Samuel Eto'o, der das 1:0 mit seinem achten CL-Streich (40 Saisonspiele, 32 Tore) selbst erzielt und die zwei anderen Treffer vorbereitet hatte.

In Manchester feierte United nach dem 2:1 (1:0) über Olympique Marseille den fünften Einzug ins Viertelfinale en suite und natürlich Matchwinner Javier Hernandez, der mit einem Doppelpack zum 2:0 den 100. Erfolg der "Red Devils" in der Königsklasse fixierte. Für "OM" ist der Traum vom zweiten CL-Triumph nach 1993 geplatzt. "Das ist ärgerlich, wir haben eine gute Chance verpasst", sagte Coach Didier Deschamps, nachdem seine Truppe auf das 1:1 gedrängt hatte und zu spät (durch einen Eigentor von Wes Brown/83.) zum Anschlusstreffer gekommen war.

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