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Mourinho ist bei seinen Spielern beliebt © APA (epa)

Jose Mourinho ist von Präsident Florentino Perez im Sommer 2010 geholt worden, um Real Madrid zur "La Decima" zu verhelfen. Bis

Jose Mourinho ist von Präsident Florentino Perez im Sommer 2010 geholt worden, um Real Madrid zur "La Decima" zu verhelfen. Bis zum zehnten Triumph in der "Königsklasse" ist es noch ein weiter Weg. Das "Weiße Ballett" bezwang daheim im siebenten Anlauf erstmals Angstgegner Olympique Lyon (3:0) und steht erstmals seit 2004 wieder im Viertelfinale der Fußball-Champions-League.

Der Rekordsieger scheint unter dem portugiesischen Trainer in dieser Saison für Höheres reif zu sein. Auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht so war, ist es für Mourinho "normal, dass wir in der nächsten Runde sind. Real ist zu groß, um nicht dort zu sein. Wir haben das Spiel kontrolliert und den Aufstieg verdient". In seinem Resümee warf der Real-Trainer natürlich auch schon ein Auge auf die Auslosung am Freitag (12.00 Uhr) in Nyon und hielt mit seinen Wünschen nicht hinter dem Berg. "Aus emotionalen Gründen will ich jetzt nicht gegen meine Ex-Clubs Chelsea oder Inter antreten. Es ist schwierig, gegen deine Leute und Freunde zu spielen", sagte der 48-Jährige.

Mourinho, der schon den FC Porto (2004) und Inter (2010) zum Triumph in der Champions League geführt und als erster Coach mit vier verschiedenen Vereinen die Runde der letzten acht (Porto, Chelsea und Inter) erreicht hat, kenne die Londoner und die Italiener wie seine Westentasche.

Möglich ist auch ein Duell mit dem großen Rivalen FC Barcelona. Für Real-Direktor Jorge Valdano wäre ein solche Paarung erst zu einem späteren Zeitpunkt besser. Auch der FC Schalke wäre nicht ideal. "Wir wollen nicht, dass unser Ex-Stürmer Raul uns besucht. Das würde zu viel Emotionen mit sich bringen", gab die rechte Hand von Clubboss Perez zu bedenken. "Wir haben jetzt eine psychologische Barriere überwunden und können realistisch dem Gewinn der wichtigsten Trophäe entgegenblicken. Wir haben eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft", sagte der gebürtige Argentinier.

Mourinho sieht die Situation ähnlich. "Wir befinden uns auf Kurs. Der Titel wird kommen, wenn nicht in dieser Saison, dann in der nächsten. Ich arbeite daran, gebe mein Bestes, fühle mich hier wohl und glücklich. Und ich glaube, meinen Spielern geht es genauso", sagte der Real-Coach, dessen Lyoner Widerpart Claude Puel gratulierte: "Wir vermochten heute nicht mitzuhalten. Real hat uns von Beginn an unter Druck gesetzt und nicht zur Entfaltung kommen lassen", befand der Franzose. Im Vorjahr hatte OL die nun in 22 Partien im Estadio Bernabeu ungeschlagenen Madrilenen im Achtelfinale noch eliminiert.

Während Real zum insgesamt 28-mal im Viertelfinale der Champions League bzw. des Meistercups steht, erreichte Chelsea diese Phase zum siebenten Mal. Die Londoner benügten sich nach dem 2:0 in Dänemark mit einer Null-Nummer gegen den in pinkfarbenen Leibchen angetretenen FC Kopenhagen. "Wir haben heute nicht gut gespielt. Zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr waren wir todtraurig, diesmal sind wir glücklich", resümierte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti, der jetzt ebenfalls nicht Barca ziehen, sondern gegen die Spanier oder ManU erst im Finale gerne antreten will. FCK-Coach Staale Solbakken stellte das Positive seiner Truppe in den Vordergrund: "Wir haben acht Spiele absolviert, in sieben davon waren wir gut."

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