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Im Moment hat Maria Riesch die Nase vorn © APA (epa)

Der alpine Skiweltcup bei den Damen hat sein Herzschlagfinale. Nach dem Slalom am Freitag und vor dem die Saison beschließenden

Der alpine Skiweltcup bei den Damen hat sein Herzschlagfinale. Nach dem Slalom am Freitag und vor dem die Saison beschließenden Riesentorlauf am Samstag in Lenzerheide hat Maria Riesch nur drei Punkte Vorsprung auf die US-Amerikanerin Lindsey Vonn. Der Tagessieg ging an sie Slowenin Tina Maze, die sich bei ihrem ersten Torlauferfolg 5/100 vor Halbzeitleaderin Marlies Schild durchsetzte.

Vonn hatte Riesch am Mittwoch in der Abfahrt die Führung im Gesamtweltcup um 27 Punkte abgenommen, der Super-G war dem Wetter zum Opfer gefallen. Im Slalom überholte Riesch mit Rang 4 gegenüber Platz 13 von Vonn die große Konkurrentin wieder. "Es war eine Zitterpartie, ich habe oben gleich ein bisserl das Gleichgewicht verloren und den Schwung auch. Und der Zielhang war auch nicht mehr gut. Mit dem vierten Platz bin ich zufrieden, aber die zwei Hundertstel auf Platz drei sind ärgerlich", meinte Riesch, die knapp von der Slowakin Veronika Zuzulova vom Podest gestoßen worden war.

Für das finale Rennen gibt es nur noch eine Strategie: "Vollgas. Dann brauchst nicht mehr groß zu taktieren oder rechnen. Dass es so eng her geht, ist brutal. Das macht es auch für die Zuschauer zu etwas Besonderen", weiß Riesch. Sie sei locker gewesen und hoffte, dass sie auch am Samstag eine ähnliche Tagesform haben werde. Die Athletin aus Garmisch-Partenkirchen blickt auf eine gute Riesentorlauf-Saison zurück, zuletzt in Spindleruv Mlyn war sie aber nur 29. geworden, während Vonn als Dritte auf das Podest gekommen war. "Geht es nach den letzten Ergebnissen, schaut es für Lindsey besser aus. Auf die ganze Saison über gesehen, war ich stärker. Es ist wirklich spannend."

Trotz Führung hofft Riesch auf ein Rennen am Samstag, die Wettervorhersagen sind wieder nicht allzu gut. "Wenn man so einen knappen Vorsprung hat und dir der Gesamtweltcup dann praktisch geschenkt wird, ist das zwar der Sieg, aber es hängt dann ein Schatten drüber", sagte die 26-Jährige. Die gleichaltrige Vonn hofft wohl noch ein bisschen mehr, immer noch hadert sie mit der Super-G-Absage. "Das war meine große Hoffnung, meine beste Disziplin. Ich war so enttäuscht, ich kann nur hoffen, dass sie morgen auch so viel für den Riesentorlauf arbeiten wie für den Slalom heute."

Der Slalom begann wegen der Neuschneemengen und weichen Verhältnisse erst mit mehr als zwei Stunden Verspätung, beide Durchgänge wurden auf dem selben gesteckten Kurs ausgetragen. "Es war sehr schwierig mit der späten Nummer, das war ein bisserl unfair und ich war ziemlich böse. Ich habe gekämpft und alles gegeben, leider war das nicht genug", konnte die dreifache Gesamtweltcupsiegerin Vonn den Frust nicht verhehlen. "Morgen ist alles möglich - aber dazu müssen wir auch ein Rennen haben."

Bei den bisher zwei knappsten Entscheidungen im Gesamtweltcup der Damen waren ebenfalls jeweils drei Punkte entscheidend gewesen. 1979 hatte sich Annemarie Pröll (AUT) vor Hanni Wenzel (LIE) durchgesetzt, 2005 in Lenzerheide Anja Pärson (SWE) gegen Janica Kostelic (CRO).

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