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Gludovatz: "Erwartungshaltung ist Wahnsinn!" © APA (Oczeret)

Ried muss im Streben nach Höherem nach einem bisher durchwachsenen Frühjahr punkten. Der Überraschungs-Winterkönig tritt am

Ried muss im Streben nach Höherem nach einem bisher durchwachsenen Frühjahr punkten. Der Überraschungs-Winterkönig tritt am Samstag (18.30 Uhr) beim heuer noch auf das erste Erfolgserlebnis wartenden Kapfenberger SV an. Wollen die drei Zähler hinter Sturm Graz liegenden Innviertler im Rennen um den Titel weiter ein Wörtchen mitreden, ist ein Sieg gegen die steirischen "Falken" fast Pflicht.

Von einem Pflichtsieg will man beim Tabellendritten freilich nichts wissen. "Wir haben schon im Herbst ziemlich am Limit gearbeitet und es ist natürlich jetzt schwierig, noch nachzudrücken. Die Erwartungshaltung ist mittlerweile ein Wahnsinn", meinte Trainer Paul Gludovatz. Das Frühjahr habe gezeigt, dass man mit den großen vier Teams mithalten könne, "aber ein bisschen was hat gefehlt, das das Resultat verbessert und den einen oder anderen Punkt mehr gebracht hätte."

Die Bilanz nach sechs Spielen im Jahr 2011 gibt Gludovatz recht. Ein Sieg bei zwei Remis und drei Niederlagen stehen zu Buche. Das schwierige Auftaktprogramm mit Auswärtsspielen bei der Austria, Sturm und Rapid forderte auch in der Tabelle seinen Tribut, zuletzt reichte es gegen Meister Salzburg zu einem 2:2. "Viele glauben, dass wir den regierenden Meister einfach wegputzen", bekrittelte Rieds Coach die Erwartungen an sein aktuell vier Runden siegloses Team.

Vom Leistungspotenzial her seien die Gegner andere. "Wir sind mit Mannschaften wie Kapfenberg, Innsbruck, Wiener Neustadt und Mattersburg auf Augenhöhe", übte sich Gludovatz im Understatement. Der in Ried nach wie vor auf einem im Sommer auslaufenden Vertrag sitzende Burgenländer machte aber auch klar: "Ich habe natürlich die Hoffnung, dass wir noch vorne dran bleiben und möglichst lange im Club der vier Großen mitspielen."

Im 200. Liga-Spiel in Kapfenbergs Franz-Fekete-Stadion wäre ein Erfolg gern gesehen. Vier Siege und zwei Unentschieden in den jüngsten sechs Duellen sprechen auch deutlich für die Oberösterreicher. Tunlichst vermeiden will der Winterkönig aber ein Deja vu vom 20. November 2010. Nach einer 3:0-Führung in der Obersteiermark musste sich Ried am Ende mit einem 3:3 begnügen. Seit diesem Aufeinandertreffen wartet die SV sowohl auf einen Auswärtspunkt als auch auf einen Torerfolg in der Fremde.

Die zuletzt dreimal in Serie mit einem Punkt beglückten Hausherren wären mit einer Leistung wie im Finish des in Erinnerung bleibenden Remis zufrieden. "Wenn wir am Samstag über gesamtes Spiel so spielen würden wie beim 3:3 in den letzten 20 Minuten, dann hätte ich nichts dagegen", gab Trainer Werner Gregoritsch zu Protokoll. Auf Platz acht liegend haben die Steirer bei 15 Zählern Vorsprung auf den LASK mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun. Dennoch will der KSV nach sieben Runden den ersten Sieg.

"Wenn man die Rieder hört, sind wir klarer Außenseiter. Aber wir wollen offensiver als zuletzt spielen und versuchen, auch zu Hause wieder zu gewinnen", meinte Gregoritsch, der auf Boris Hüttenbrenner (Innenband) und Markus Felfernig (Muskelfaserriss) verzichten muss. Die zuletzt gesperrt gewesene Innenverteidigung Mavric/Taboga steht hingegen wieder zur Verfügung.

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