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Herbert Mandl erfreut über den 'Nachwuchs' © APA (Hochmuth)

Die rot-weiß-roten alpinen Ski-Weltcup-Teams bekommen in der im Oktober in Sölden beginnenden nächsten Saison kräftige

Die rot-weiß-roten alpinen Ski-Weltcup-Teams bekommen in der im Oktober in Sölden beginnenden nächsten Saison kräftige Unterstützung aus dem Europacup. Insgesamt fünf Damen und vier Herren erfuhren sich im Winter 2010/2011 Startrechte für die nächste Weltcup-Saison, was natürlich die Rennsportleiter Herbert Mandl (Damen) und Mathias Berthold (Herren) freut.

Bei den Damen hat sich die Tirolerin Jessica Depauli als Europacup-Gesamtsiegerin ein Startrecht in allen Disziplinen im Weltcup gesichert. Zusätzlich gilt, wer in einer Disziplin am Ende unter den Top-Drei ist, darf in dieser ebenfalls auf höchster Ebene fahren. In der Abfahrtswertung hat sich Stefanie Moser vor Mariella Voglreiter und Tamara Tippler durchgesetzt, pro Weltcupbewerb dürfen aber nur zwei von ihnen als Zusatzkontingent dabei sein. Im Super-G siegte Depauli vor Moser, Depauli gewann auch die Super-Kombination und wurde im Riesentorlauf Dritte, im Slalom setzte sich Carmen Thalmann als Drittplatzierte in Szene.

Erfolgreich waren auch die Herren, der Gesamtzweite Bernhard Graf wird als Gewinner der Super-Kombination und als Zweiter im Super-G wie Sieger Matthias Mayer im Weltcup mit dabei sein. In der Abfahrt hatte sich Manuel Kramer durchgesetzt, im Slalom wurde Routinier Wolfgang Hörl Dritter.

Mandl schrieb die erfolgreiche Europacup-Saison auch dem Umstand zu, dass Bernd Brunner als Zentralkoordinator eingesetzt und das strenge Gruppendenken aufgebrochen worden war. "So haben wir eine bessere Gesamtübersicht bei Training und Einsatzpolitik, das hat sich sehr gut bewährt", sagte der Damen-Cheftrainer. Negativ ins Auge sticht aber die Verletzungshäufigkeit: "Im Weltcup waren wir sehr glücklich, auf der Nachwuchsschiene hatten wir neun verletzte Damen, wieder mehr Kreuzbandrisse, aber auch Knochenbrüche", erzählte Mandl, der dies großteils auf das Material zurückgeführt.

"Ich wünsche und erwarte mir eine klare Änderung des Reglements, und sehe das auch als notwendig. Wir müssen jetzt sehen, was die Auswertungen der FIS-Testserie bringen. Ich fürchte nur, dass es für die kommende Saison ein bisserl zu spät wird." Das sei ein Wermutstropfen, denn die Einsicht, dass Änderungen her müssen, sei da. Weil man sich zu viel am Risiko bewege. Wenn man außer Balance komme, sei man gefährdet, in eine Verletzung zu laufen. "Das ist für das Image des Skisports nicht gut."

Nach den Damenrennen in Aare sind umfangreiche Skitests gemacht worden, Herren-Chef Berthold erzählte, er habe sich mit Marco Büchel kurz unterhalten, der Prototypen gefahren sei. Auch längere und schmälere Ski seien dabei gewesen. Der Liechtensteiner habe ein gutes Feedback gegeben. Genauere Informationen habe man vonseiten des Ski-Weltverbandes aber noch nicht erhalten. Die Tester der Ski-Prototypen, darunter auch der Ex-ÖSV-Läufer Christoph Gruber, fahren Modelle ohne Markenaufschrift, das Projekt läuft unter Geheimhaltung.

35 Prozent der Alpinen verletzen sich im Verlauf einer Saison, rund zwölf Prozent müssen mindestens einen Monat pausieren. Das FIS-Programm für einen sichereren Skirennsport ist ein umfangreiches und umfasst auch Vorläufer, die am ganzen Körper verkabelt sind und GPS-Sensoren tragen, mit dem Kurvenradien und Geschwindigkeiten gemessen werden.

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