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Einmal Champions League, immer Champions League © APA (dpa)

Das Schreckgespenst Europa League spukt beim FC  Bayern München weiter durch die Köpfe. Am Samstag zeigte der deutsche

Das Schreckgespenst Europa League spukt beim FC  Bayern München weiter durch die Köpfe. Am Samstag zeigte der deutsche Fußball-Rekordmeister, dass er das als unwürdig empfundene Schicksal mit allen Mitteln abwenden und erneut in die Champions League einziehen will.

Im Freiburger Badenova-Stadion rannten die Bayern-Profis nach dem Siegestreffer von Franck Ribery in der 88. Minute über den halben Platz und jubelten, als hätten sie gerade den Meistertitel gewonnen. "Wenn du in der Europa League spielst, dann ist das kein Spaß", sagte Ribery nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg in Freiburg, der die Münchner im Rennen um den dritten oder vielleicht sogar zweiten Bundesliga-Platz hält. "Wenn du die Champions League kennst, willst du immer Champions League spielen."

Ribery pflichtete damit seinem Kollegen Arjen Robben bei. Der hatte nach dem Achtelfinal-Aus in der europäischen Königsklasse gegen Inter Mailand gemeint, die Europa League sei das Schlimmste, was einem passieren könne. Es sei besser, sie gar nicht zu spielen. "Arjen Robben hat Recht", erklärte Ribery und bezeichnete den früheren UEFA-Cup schlicht als "scheiße".

Um dem Europa-League-Schicksal zu entgehen, müssen die Münchner die zwei Punkte Rückstand auf den Drittplatzierten Hannover 96 aufholen. Für den Club von Emanuel Pogatetz, der beim 2:0 gegen Hoffenheim (David Alaba) alle seine Zweikämpfe gewann, wäre hingegen schon eine Europa-League-Teilnahme ein Erfolg.

Bei Werder Bremen wiederum geht es derzeit ausschließlich um den Liga-Verbleib, der nach dem 3:1 in Nürnberg wieder um einiges realistischer wurde. "Aber es ist noch nicht alles rund, bei weitem nicht", sagte Coach Thomas Schaaf, dem die Österreicher Sebastian Prödl (Sehnenriss) und Marko Arnautovic (Magen-Darm-Virus) nicht zur Verfügung standen. Bei den Verlierern kam Rubin Okotie in der 65. Minute aufs Feld.

Dessen Landsmann Christian Fuchs war beim 1:1 von FSV Mainz 05 in Dortmund über die gesamte Spielzeit im Einsatz und erlebte eine turbulente Schlussphase samt "Nachspielzeit", denn der späte Treffer durch Petar Sliskovic (89.) brachte hüben wie drüben die Gemüter in Wallung.

Obwohl BVB-Abwehrspieler Neven Subotic angeschlagen am Boden lag, beförderten die Gäste den Ball nicht ins Aus, sondern bei ihrem letzten Angriff ins gegnerische Tor. Die ausgelassene Freude der Mainzer ärgerte BVB-Coach Jürgen Klopp. Wutentbrannt stürmte der Betreuer des Spitzenreiters in Richtung Mainzer Bank, stieß dabei FSV-Masseur Uli Märten zur Seite und schimpfte wie ein Rohrspatz. "Vor allem der Jubel hat mich gestört. Ich wäre in dieser Situation beschämt gewesen."

   Nicht minder erzürnt reagierte Mainz-Coach Thomas Tuchel. "Eine solche Unterstellung ist nicht haltbar. Keinem meiner Spieler kann nachgewiesen werden, er hätte den verletzten Spieler gesehen und wissentlich weitergespielt", befand der Coach des Tabellen-Fünften. "Ich verstehe nicht, warum wir uns rechtfertigen müssen."

Fuchs hingegen brachte mehr Verständnis für den Unmut der Dortmunder auf, gab den Schwarzen Peter aber an Referee Felix Brych weiter. "In einer solchen Situation muss der Schiri eingreifen und abpfeifen. Das war unglücklich für Dortmund, aber gut für uns."

Doch auch der Unparteiische war sich keiner Schuld bewusst. "Das war regelkonform. Schließlich muss ich ein Spiel nur unterbrechen, wenn der Verdacht auf eine schwere Verletzung vorliegt." Das sei beim Knockout von Subotic, der vom Ball in den Unterleib getroffen wurde und deshalb für kurze Zeit spielunfähig war, nicht der Fall gewesen.

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