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Leekens beklagt Verletztungspech © BELGA

Belgiens Teamchef Georges Leekens sieht die österreichische Fußball-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsduell am Freitag

Belgiens Teamchef Georges Leekens sieht die österreichische Fußball-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsduell am Freitag (20.30 Uhr/live ORF eins) im Wiener Happel-Stadion als leichten Favoriten. "Wir gehen etwas als Außenseiter in das Match", erklärte der 61-Jährige, der die Abschluss-Pressekonferenz in großen Teilen auf Deutsch abhielt.

Das zuletzt demonstrativ zur Schau gestellte Selbstbewusstsein der ÖFB-Kicker nahm der Nationaltrainer leicht verwundert zur Kenntnis. "Man hat ein bisschen den Eindruck, die Österreicher sind sehr siegessicher. Aber wir möchten uns wehren und Österreich in Bedrängnis bringen."

Laut Leekens wird Belgien mit einem 4-3-3-System und einer vorgerückten Abwehr beginnen, wodurch der Spielaufbau der Mannschaft von Dietmar Constantini bereits früh gestört werden soll. "Wir haben schon beim 4:4 in Brüssel gezeigt, dass wir den Österreichern gefährlich werden können, auch wenn wir hinten zu viel zugelassen haben."

Die Konsequenzen aus dem Torfestival im vergangenen Oktober hat Leekens gezogen. "Wir müssen vor allem bei den Standardsituationen aufpassen, denn da haben wir gegen Österreich zwei Tore bekommen."

Der Meinung seines Kapitäns Vincent Kompany, Belgien stehe vor dem wichtigsten Match der vergangenen zehn Jahre, wollte sich Leekens nicht anschließen. "Es ist ein wichtiges Spiel, aber es ist ein Spiel. Was in Japan passiert, ist wichtiger", betonte der Teamchef, der seine Auswahl voll auf Sieg eingestellt hat. "Wir spielen nicht auf einen Punkt, wir spielen auf drei."

Bei allem Optimismus beklagte Leekens dennoch seine angespannte Personalsituation. Thomas Vermaelen, Marouane Fellaini und Jonathan Legear fehlen verletzungsbedingt, hinter dem Einsatz von Goalgetter Romelu Lukaku steht noch ein kleines Fragezeichen. Zuletzt musste auch noch Goalie Silvio Proto absagen, die Nummer eines wäre aber wohl ohnehin Simon Mignolet gewesen.

Der 22-jährige hat bisher zwar noch kein einziges Länderspiel bestritten, überzeugte aber zuletzt bei seinem Club Sunderland. Mit dabei sein wird auch Rechtsverteidiger Toby Alderweireld, der beim 4:4 gegen Marko Arnautovic keinen Stich machte und zur Pause ausgetauscht wurde. "Aber gegen Deutschland und die Türkei hat er fantastisch gespielt, und in den letzten Tagen hat er genug Motivation bekommen", meinte Leekens in Anspielung auf die Arnautovic-Aussage, er werde auch diesmal wieder die Schwäche in der Belgien-Abwehr finden.

Für Leekens bedeutet der Wien-Aufenthalt auch ein kleines Rendezvous mit der Vergangenheit, schließlich sitzt er am Freitag in jenem Stadion auf der Bank, das nach seinem früheren Trainer bei Brügge benannt ist. "Ernst Happel hatte in Brügge ein schönes Leben und gute Resultate. Er war ein Mensch, der ein bisschen ein Übermenschgefühl hatte", erinnerte sich der belgische Teamchef.

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