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Kose fehlen elf Tore auf Gerd Müller © APA (dpa)

Im Fußball-Alltag fristet er auf der Bank des FC Bayern ein Reservistendasein, im deutschen Nationalteam zählt er hingegen zum

Im Fußball-Alltag fristet er auf der Bank des FC Bayern ein Reservistendasein, im deutschen Nationalteam zählt er hingegen zum Dauerbrenner. Und dort möchte es Miroslav Klose am Samstagabend (20.00 Uhr/live ZDF) in der Österreich-Gruppe A zur EM-Qualifikation gegen Tabellenschlusslicht Kasachstan wieder krachenlassen. Im DFB-Dress setzt er seine Jagd auf Rekordtorschütze Gerd Müller fort.

Vor seinem 107. Länderspiel ist der 32-Jährige mit 59 Treffern Zweiter, Müller traf 68 Mal. Ein Jubiläum feiert Klose schon gegen die Kasachen, und zwar zehn Jahre im Nationalteam. Am 24. März 2001 in Leverkusen hat er mit einem Kopftor den 2:1-Sieg in der WM-Quali gegen Albanien gesichert. Wie damals wartet auch diesmal ein Fußball-Zwerg und noch dazu in seiner Heimatstadt Kaiserslautern. Klar, dass da ein Treffer für den Pfälzer Buben etwas Besonderes wäre. "Das ist ein Teil von mir, die Fans, der Verein", sagt Klose, der die 47.849 Zuschauer im ausverkauften Stadion auf dem Betzenberg, in dem auch die ÖFB-Spione Willi Ruttensteiner und Manfred Kern sitzen werden, begeistern möchte.

Wenn ein frühes Tor gelingt, sei er überzeugt, dass das Länderspiel hoch ausgehe. Er und seine Mitstreiter sehen die Samstag-Partie als Zwischenstation zu den nächsten Pflichtspielen wie gegen Österreich am 3. Juni in Wien. Seine Endstation Sehnsucht heißt Polen und Ukraine. "Ich plane die 2012er EM ein. Dann lasse ich alles auf mich zukommen und entscheide von Jahr zu Jahr", verriet der Jubilar, für den das UEFA-Turnier in seiner Heimat Polen noch nicht der Schlusspunkt sein muss.

"Ich fühle mich fit und gesund", meinte der sechsfache Torschütze der laufenden EM-Ausscheidung, der zuletzt im Februar auch gegen Italien (1:1) in Dortmund getroffen hatte, und schielt hoffnungsfroh in die Zukunft. "Vielleicht", so Klose, könne er "Bomber" Mülller während der EM-Endrunde als erfolgreichsten DFB-Torschützen ablösen. Für Teamchef Joachim Löw ist das Phänomen Klose weiter gesetzt, da gebe es "keine Diskussion", obwohl in München der sieben Jahre jüngere Mario Gomez den Vorzug erhält.

Der Angreifer aus der "zweite Reihe" lässt sich dadurch jedoch nicht unterkriegen. "Das ist einfach meine Art. Ich weiß, dass alle vier bis sechs Wochen ein Länderspiel ansteht, in dem ich spiele." Das Duell mit Gomez sieht Klose als "normalen Konkurrenzkampf", bei Bayern habe der "Weltklassespieler Gomez seine Chance hervorragend genützt" - im Nationalteam eben er. Sein Vertrag in der Isar-Stadt läuft im kommenden Sommer aus. Was danach passiere, sei noch offen.

Er könne sich vieles vorstellen, später zum Karriereende einmal auch eine Rückkehr in die Pfalz sei weiter möglich. "Aber ich habe noch was vor mir", kündigte Klose an. "Ich habe mich jetzt eineinhalb Jahre ausgeruht, die kann ich noch hinten dranhängen", sagte der Stürmer mit einem Lächeln zu seiner unterschiedlichen Situation im Verein und der DFB-Auswahl. Am Samstag möchte der Vizeeuropameister von 2008 und WM-Dritte von 2010 wieder aus seinem bayrischen Schatten treten und für Tore sorgen.

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