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Eine Leistungssteigerung ist notwendig © APA (Fohringer)

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft kämpft am Dienstag (19.30 Uhr MESZ) im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul um die

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft kämpft am Dienstag (19.30 Uhr MESZ) im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul um die wohl letzte Chance auf ein Ticket für die EURO 2012. Bei einer Niederlage gegen die Türkei wäre die Chance auf eine EM-Teilnahme in Polen und der Ukraine schon nach fünf Partien so gut wie dahin, außerdem würde wohl auch der Job von Teamchef Dietmar Constantini wackeln.

Der Tiroler zeigte sich aber zumindest äußerlich gelassen. "Das gehört zu meinem Beruf. Wenn ich jetzt niedergeschlagen wäre, hätte das auch keinen Sinn", sagte der Nationaltrainer. Der Gefahr einer Entlassung ist sich der 55-Jährige bewusst. "Doch wenn es mein letztes Match als Teamchef ist, werde ich auch weiterleben. Hickersberger, Brückner, Prohaska und Krankl leben ja auch noch. Und außerdem ist das nichts im Vergleich zu dem, was woanders passiert", sagte Constantini in Anspielung auf die Atomkatastrophe in Japan.

Der Teamchef vermittelt zwar einen zerknirschten Eindruck, hat aber trotz des blamablen 0:2 gegen Belgien den Glauben an eine Überraschung im Sükrü-Saracoglu-Stadion noch nicht verloren. "Vielleicht ist unsere Ausgangsposition sogar einfacher, weil wir klarer Außenseiter sind", vermutete Constantini. "Jetzt ist unser Ziel, dass wir die Türkei auswärts schlagen, ob das realistisch ist oder nicht."

Hoffnung macht den Österreichern die jüngste Negativserie der Türken - drei der jüngsten vier Länderspiele wurden verloren, seit 372 Minuten wartet die Mannschaft von Star-Trainer Guus Hiddink bereits auf einen Torerfolg. "Man hört immer, dass die Türken nicht gut drauf sind. Hoffentlich stimmt das", sagte Constantini.

In punkto Aufstellung hüllte sich der Teamchef in Schweigen, selbst die Tormannfrage ließ er unbeantwortet. Sicher scheint nur, dass der gegen Belgien gesperrt gewesene Paul Scharner in die Mannschaft zurückkehrt. Weitere Kandidaten auf einen Platz in der Startformation sind Yasin Pehlivan, Erwin Hoffer und Ümit Korkmaz.

Letzterer fiebert der Partie bereits entgegen und erwartet im Fenerbahce-Stadion eine Stimmung, "die die Hölle sein wird". Der Wiener wünscht sich von den Fans in Istanbul Verständnis dafür, dass er so wie Pehlivan und Ekrem Dag gegen die Heimat seiner Vorfahren antritt. "Hoffentlich werden wir fair empfangen und nicht ausgepfiffen so wie Özil beim Spiel Deutschland gegen die Türkei."

Aufgrund seiner Verbundenheit mit der Türkei würde der Torjubel von Korkmaz nur verhalten ausfallen. Das desaströse Auftreten gegen Belgien ist für den Bochum-Legionär abgehakt, nur die darauffolgende herbe Kritik von Stefan Maierhofer liegt dessen Ex-Rapid-Kollegen noch im Magen. "Es steht keinem Spieler zu, öffentlich über andere Spieler zu reden. Das steht nur dem Teamchef zu", meinte Korkmaz.

ÖFB-Präsident Leo Windtner hingegen unterstützte die Vorgehensweise von Maierhofer. "Nach so einem Spiel wie gegen Belgien ist es den Spielern unbenommen, die Sau rauszulassen - wann, wenn nicht dann?", fragte sich der 60-Jährige und kritisierte dafür Marko Arnautovic aufgrund dessen aufreizenden Auftretens am Freitag.

Für die von Constantini und vielen Spielern aufgestellte Behauptung, die hohe Erwartungshaltung hätte gegen Belgien hemmend gewirkt, hatte Windtner hingegen kein Verständnis. "Die Erwartungshaltung war nicht zu hoch. Wenn man sich selbst ernst nimmt und sich qualifizieren will, muss man diese Erwartungshaltung mittragen."

Dennoch stärkte der ÖFB-Präsident zumindest vorerst Constantini den Rücken. "Es gibt derzeit sicherlich keine Teamchef-Diskussion", betonte der Oberösterreicher. Dass Constantini auch nach einer Niederlage im Amt bleiben würde, ist laut Windtner "absolut möglich. Man kann auch unglücklich verlieren und eine gute Leistung bieten".

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