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Bin Hammam greift Blatter frontal an © APA (epa)

Herausforderer Mohamed bin Hammam hat zwei Monate vor der Wahl des FIFA-Präsidenten Amtsinhaber Joseph Blatter scharf

Herausforderer Mohamed bin Hammam hat zwei Monate vor der Wahl des FIFA-Präsidenten Amtsinhaber Joseph Blatter scharf angegriffen. "Blatter ist nicht mehr in der Position, die Reputation der FIFA zu verteidigen. Im Gegenteil: Je mehr er über die FIFA spricht, umso mehr Menschen gehen in die Opposition", sagte der Chef der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) der "Süddeutschen Zeitung".

Blatter kandidiert beim Kongress am 1. Juni für eine vierte Amtszeit an der FIFA-Spitze, sein einstiger Weggefährte und Wahlkampfhelfer Bin Hammam will den Schweizer stürzen und als erster Asiate Präsident des Weltverbandes werden.

Auf die Frage, was der seit 1998 als Chef des in Zürich ansässigen Verbandes amtierende Blatter konkret noch anstrebe, sagte Bin Hammam: "Ich sehe da nichts. Auch in seiner jetzt ablaufenden Amtszeit sehe ich null, nicht eine Vision für die FIFA, nichts. Blatter ist erschöpft. Denken Sie an die Torlinien-Technologie: Kein neuer Ansatz kommt in die FIFA. Ich sehe bei Blatter keine Kreativität mehr." Der 75-jährige Schweizer hatte zuletzt erklärt, nur noch eine weitere Amtsperiode über vier Jahre anzustreben.

Im Fall seiner Wahl spricht sich Bin Hammam für die Einführung moderner Torlinientechnologien aus, schlägt ein Exekutiv-Büro mit dem FIFA-Chef und den Präsidenten der sechs Kontinentalverbände vor sowie die Offenlegung der Bezüge dieses Büros und der Board-Mitglieder. "Es gibt nichts, wofür wir uns schämen müssten", sagte Bin Hammam. Zudem könne er sich vorstellen, künftig den WM-Ausrichter nicht mehr in geheimer Abstimmung sondern offen per Handzeichen zu wählen.

Am Montag wird die FIFA die offizielle Kandidatenliste veröffentlichen, auf der nur die Namen Blatter und Bin Hammam erwartet werden.

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