vergrößernverkleinern
Ex-Vorstandsmitglied befragt © APA (Leodolter)

In Graz ist am Mittwoch der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte fortgesetzt worden. Dem Ex-Präsidenten des

In Graz ist am Mittwoch der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte fortgesetzt worden. Dem Ex-Präsidenten des Fußballclubs Sturm Graz wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie das Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Am neunten Verhandlungstag war der erste Zeuge - ein Ex-Vorstandsmitglied - am Wort.

Bei der Befragung des Zeugen - er war von Ende 2005 bis 2006 im Vorstand gewesen - ging es diesmal nicht so sehr um Schwarzzahlungen, als vielmehr um seine Einschätzung der finanziellen Lage bei Sturm Graz. Er hatte sich selbst bei Gericht gemeldet, um die Angaben des Grazer Geschäftsmannes und Zeugen Klaus Leutgeb zu relativieren. Leutgeb wollte Kartnig während dessen Hochzeitsreise 2006 als Präsident seines Amtes entheben und selbst Chef des Clubs werden, was allerdings misslang.

Als der Zeuge Ende 2005 zu Sturm kam, war die finanzielle Lage zwar nicht rosig, aber konkursreif sei der Club seiner Meinung nach nicht gewesen: "Man hat versucht, die wichtigsten Löcher zu stopfen", schilderte der Befragte, der selbst Präsident eines Unterliga-Mitte-Fußballclubs ist. Zur Person von Hannes Kartnig sagte er: "Es war manchmal eine One-Man-Show, manchmal so, wie es sich gehört." Das wollte der Angeklagte nicht auf sich sitzen lassen: "Ich war von Anfang an für die Presse zuständig, und durch meine medialen Auftritte habe ich viele Sponsoren lukrieren können." Er habe alles für den Club getan: "So einen Trottel wie mich wird es nie mehr geben", polterte Kartnig.

Er hätte sogar eingewilligt, im Gegenzug für die von Leutgeb versprochene Million Euro auf das Präsidentenamt zu verzichten und nur mehr als Ehrenpräsident zu fungieren: "Am Anfang war ich einverstanden, als kein Geld kam, nicht mehr."

Der Prozess wird am Donnerstag um 9.00 Uhr mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel