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Porto fegte über Spartak hinweg © APA (epa)

Verarmt, verschuldet und fast bankrott - aber im Fußball im siebenten Himmel. Portugal, das finanzielle Sorgenkind der EU,

Verarmt, verschuldet und fast bankrott - aber im Fußball im siebenten Himmel. Portugal, das finanzielle Sorgenkind der EU, diktierte im Viertelfinale der Europa League am Donnerstagabend mit seinen drei Teams das Geschehen. Der FC Porto (5:1 über Spartak Moskau) und Benfica Lissabon (4:1 über PSV Eindhoven) stehen nach ihren klaren Hinspiel-Heimerfolgen so gut wie sicher im Halbfinale.

Sporting Braga verschaffte sich mit dem 1:1 bei Dynamo Kiew ebenfalls eine gute Ausgangsposition. Die Vormachtstellung der "Lusos" im zweitwichtigsten Europacup-Bewerb wird nur vom spanischen Villarreal CF bedroht, der im vierten Spiel zu Hause Twente Enschede mit 5:1 vom Platz fegte. ÖFB-Teamstürmer Marc Janko sorgte für den Ehrentreffer der Niederländer.

Entsprechend groß waren am Freitag der Jubel und der Stolz im ärmsten Land Westeuropas. "Höhenflüge", titelte die Sportzeitung "Record" in großen Lettern auf Seite eins. Das Fachblatt "O Jogo" geriet ebenfalls ins Schwärmen: "Na endlich: Dank der Ergebnisse von gestern können wir wieder träumen - nicht von Finanzhilfe, sondern von einem rein portugiesischen Endspiel in Dublin." Die Siegesserie hat schon Folgen: In der UEFA-Fünfjahreswertung sicherte sich Portugal den Sprung von Platz neun auf mindestens Platz sechs - und damit drei Champions-League-Plätze in der übernächsten Saison.

Benfica-Coach Jorge Jesus sprach unterdessen von einer "perfekten Nacht", warnte aber vor verfrühter Euphorie, denn im Fußball sei "ja alles möglich". Vor 60.000 Zuschauern im Estadio da Luz hatten seine Schützlinge dank Treffer der argentinischen Nationalspieler Pablo Aimar (37.), Eduardo Salvio (45., 51.) und Javier Saviola (94.) den PSV abgefertigt.

Portugals frisch gekürter Meister Porto ließ gegen Spartak Moskau ebenfalls nichts anbrennen. Der Kolumbianer Radamel Falcao erzielte drei Treffer der "Drachen" (38., 84., 92.) und ist nun mit zehn Toren bester Goalgetter der League. Daneben trafen auch Silvestre Varela (65.) und Maicon (70.) für den Champions-League-Sieger von 1987 und 2004. Der 33-jährige Porto-Trainer Andre Villas-Boas, zu Hause bereits als "neuer Jose Mourinho" gefeiert, tönt: "Wir holen weitere Titel, die League und den Pokal."

Kiew war bisher das torgefährlichste Team der Europa League, gegen den portugiesischen Provinzclub aus Braga mussten sich die Ukrainer allerdings mit einem Remis zufriedengeben. Zu allem Übel sah der nach der Pause eingewechselte Alt-Star Andrej Schewtschenko in der 62. Minute die Gelb-Rote Karte. Der niederländische Schiedsrichter Bjorn Kuipers wurde danach beim Abgang von einem Fan getreten, zeigte ein Video der ukrainischen Sportnachrichten-Agentur.

Die Rückspiele finden am nächsten Donnerstag statt, das Finale steigt am 18. Mai in Dublin. Die Halbfinali sind für 28. April und 5. Mai angesetzt.

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