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Kragl (oben) mit dem Goldtor für das Schlusslicht © APA (Krugfoto)

Das Debüt des neuen Salzburg-Trainers Ricardo Moniz ist ordentlich danebengegangen. Der Meister blamierte sich zum Auftakt der

Das Debüt des neuen Salzburg-Trainers Ricardo Moniz ist ordentlich danebengegangen. Der Meister blamierte sich zum Auftakt der 28. Runde der Fußball-Bundesliga zu Hause mit einer 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht LASK. Die Salzburger liegen damit weiter fünf Punkte hinter Tabellenführer Austria Wien. Der LASK dagegen schöpfte mit dem ersten Auswärtssieg der Saison neue Hoffnung im Abstiegskampf.

Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet Lukas Kragl, der Salzburg-Torhüter Eddie Gustafsson vor fast genau einem Jahr einen Schien- und Wadenbeinbruch zugefügt hatte. Kragl profitierte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte von einem kapitalen Fehler des Salzburg-Kapitäns. Gustafsson ließ einen Schuss von Florian Hart aus, Leonhard Kaufmann setzte nach und ermöglichte dem 21-Jährigen dessen ersten Saisontreffer (45.+2).

Moniz hatte das Salzburger System über Nacht nicht über Bord geworfen. Wie sein Vorgänger Huub Stevens setzte der Niederländer einen Tag nach seiner Bestellung auf ein 4-2-3-1-System, besetzte lediglich die beiden Außenverteidigerpositionen neu. Rechts ersetzte Milan Dudic den Ungarn Laszlo Bodnar, links Andreas Ulmer Youngster Martin Hinteregger. Im defensiven Mittelfeld fehlte Abräumer David Mendes gesperrt, als Solospitze agierte Roman Wallner glücklos.

Der ÖFB-Teamtürmer fand auch die einzigen Großchancen der schwachen Bullen vor. Wallners Drehschuss im Strafraum klärte der Ex-Salzburger Rene Aufhauser aber vor der Linie (5.). Ein leicht abgefälschter Schuss des Angreifers wurde zur Beute von LASK-Torhüter Mandl (19.). Die Salzburger hatten zwar mehr vom Spiel, Zwingendes war aber nur selten dabei. Dabei hatte Moniz seine Philosophie so erklärt: "Im Fußball geht es darum, Torchancen zu kreieren."

Die hatte auch der LASK, ging gar nicht unverdient in Führung. Gustafsson hatte einen Schuss von Tenesor schon zuvor nur auf Raten gebändigt (19.). Drei Minuten später rettete Sekagya nach Querpass von Kragl vor dem einschussbereiten Spanier, der kurz vor der Pause mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausschied. Einen ersten Versuch von Kragl vereitelte Gustafsson noch per Fußabwehr (30.), nach der Pause ließ der LASK-Stürmer auch noch die Großchance auf das 2:0 aus (54.).

Die Salzburger klopften vorerst nur aus der Distanz beim LASK-Tor an. Mandl parierte einen Schuss des eingewechselten Alan (57.) sowie einen von Svento (63.). Eine Kopfball-Vorarbeit von Joker Joaquin Boghossian vermochte Wallner im Strafraum nicht zu nutzen (78.). Ein Versuch von Zarate nach Vorarbeit von Svento wurde abgeblockt (83.), Boghossian köpfelte völlig freistehend über das Tor (87.). Die letzte Ausgleichschance setzte der Ex-Linzer Wallner neben das Tor (90.+1).

Der LASK feierte damit nicht nur im sechsten Spiel unter Neo-Trainer Walter Schachner seinen ersten Sieg, er fuhr auch erstmals seit 16. Oktober (2:1 gegen Wr. Neustadt) oder 16 Spielen in der Liga einen Dreipunkter ein. In Salzburg hatten die Linzer seit dem 11. März 2000 (2:1) nicht mehr gewonnen.

Vergangene Woche hatten sie in Linz nach 1:0-Führung bereits ein 1:1 erreicht - die letzte Partie des Meisters unter Stevens, der einen Tag vor dem Rückspiel abgelöst wurde. Der Zeitpunkt wunderte sogar Schachner. "Einen Tag vor einem Spiel einen Trainerwechsel zu machen, das ist unüblich", erklärte der Coach des Tabellenletzten.

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