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Für Jupp Heynckes zählt noch die Bayer-Gegenwart © APA (Archiv/epa)

Viel Brisanz und Emotion verspricht am Sonntag das Duell des Tabellenvierten Bayern München mit dem Zweiten Bayer Leverkusen.

Viel Brisanz und Emotion verspricht am Sonntag das Duell des Tabellenvierten Bayern München mit dem Zweiten Bayer Leverkusen. Jupp Heynckes, der im Sommer den Double-Gewinner 2010 übernimmt, gastiert mit seiner Werkself in der 30. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga in der Allianz Arena. Für die Hausherren steht viel auf dem Spiel, sie kämpfen im Fernduell mit Hannover 96 um Rang drei.

Dieser berechtigt zur Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League. Derzeit sind die Niedersachsen einen Zähler vor dem viertplatzierten Titelverteidiger, der die verkorkste Saison nicht auch noch mit einem Negativerlebnis beenden will. Die Hannoveraner, die ihren Clubrekord mit 53 Punkten (bisher 49 2007/08) übertroffen haben, treten bereits am Samstag auswärts zum Nordderby gegen den Hamburger SV an und könnten den Druck auf die Bayern zusätzlich erhöhen. "Aber das wird brutal schwer", meinte Trainer Mirko Slomka.

Für Heynckes zählt derzeit nicht seine Bayern-Zukunft, sondern seine Bayer-Gegenwart. "Das Stadion, der Gegner, die Konstellation - das alles ist faszinierend. Bayern ist Rekordmeister, Branchenführer, das heißt, dass wir noch eine Schippe drauflegen müssen. Und dass ich Trainer von Bayer bin, wir neun Punkte Vorsprung haben und die Bayern um Platz drei kämpfen, macht die Sache zusätzlich interessant", sagte der 65-Jährige im Fachmagazin "kicker". Sein Tipp für "das ganz gewöhnliche Spiel" lautet: "Wir gewinnen 2:1. Und dann springe ich vor Freude an die Decke!"

Unter Interimstrainer Andries Jonker, der nach der Trennung von Louis van Gaal für die Bayern und Nachfolger Heynckes die "Königsklasse" fixieren soll, soll nach dem Wunsch des Vorstandschefs Karl-Heinz Rummenigge der Funken vom Platz auf den Anhang überspringen. "Wir müssen uns als Einheit präsentieren. Mia san Mia. Und mia san ein FC Bayern," appellierte der Ex-Teamspieler im Stadion-Magazin eindringlich. Die Gastgeber haben gegen Bayer seit 21. Oktober 1989 (0:1) keines ihrer jüngsten 20 Liga-Heimspiele verloren.

Den Münchnern droht Bastian Schweinsteiger ("Wir sind stärker als Bayer, ich habe keine Lust auf die Europa League"), der im Training eine Knöchelblessur erlitt, auszufallen. Trotz der düsteren Vorzeichen und dem "Horrorszenario" namens Europa League wollen es die Bayern ihrem künftigen Trainer zeigen. "Wir haben eine schwierige Situation, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir der FC Bayern sind. Bayer ist kein direkter Konkurrent mehr", sagte Mittelfeldspieler Thomas Müller.

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